Thomas Lehmen
Wenn er eins nicht gelernt hat, dann das: Problemen aus dem Weg zu gehen. Thomas Lehmen stellt sich ihnen mit masochistischer Lust. So erweist sich Lehmen lernt am Ende als ein erheiternder Exkurs in Sachen Selbsterfahrung und -findung. Zunächst entpuppt sich der Performer allerdings als Kind im Mann, immer die Rassel griffbereit. Wie eine endlose Litanei wiederholt der Choreograf aus Berlin eine Stunde lang sein «Ich habe gelernt ...», ohne sein Auditorium zu ermüden. «Ich habe gelernt zu atmen ... zu schreien ... zu krabbeln ... zu spielen ...
Zeichen zu geben ...». Lehmen erweist sich im blauen Overall weder als Hohepriester der Kunst noch als Lehrmeister seiner selbst. Er ist, wer er ist: ein lernbegieriger Künstler, der nicht die geringste Scheu davor hat, sich zwischendurch auch mal mimisch zum Affen zu machen. Hauptsache, das Publikum zieht daraus Gewinn, und das fühlt sich bei der Tanzplattform in Stuttgart von dem choreografischen Clown bestens unterhalten. Sich eine rote Nase aufsetzend, hält Lehmen zum Schluss den Zuschauer selbst zum Narren – und lässt als Nachspiel eine Filmlektion folgen, von der man annehmen darf, dass ihm beim Lernen nicht unbedingt zum Lachen war ...
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Wumm, wieder ist einer gelandet! Ein echter Kontrapunkt zum leisen Tschaikowsky und dem sanft pastellenen Licht. Die Bretter des Prinzregententheaters sind berüchtigt für ihre Percussion-Akustik. Für Tanz eingeschränkt geeignet. For what goes up, must come down. Bei der Nurejew-Hommage «Thank you, Rudy!» lief vieles nicht glatt.
Vergessen wir das Rätselraten um...
Es war eine Amour fou, die Oskar Kokoschka nie verwinden sollte. Nach der Affäre mit der Wiener Muse und Musikerin Alma Mahler ließ der expressionistische Maler eine lebensgroße Puppe von ihr anfertigen, die er sieben Jahre lang als künstliche Geliebte mit sich herumtrug. Dann, nach einer durchzechten Nacht, hackte er ihr den Kopf ab.
Alma Mahler war in gewisser...
Lieber Henning Paar,
am Staatstheater Braunschweig schreibt das Publikum Kritiken. Beurteilt nach der Vorstellung Ihr Stück über den Tango. Mit Schulnoten. Man kann «passabel» oder «gut» oder schlimmeres ankreuzen und auf der Rückseite seinen Mut zusammennehmen und den eigenen Unmut präzisieren. Die Dame neben mir schreibt etwa, sie verstünde nicht, warum trotz...
