Warum Tänzerkongress?
In den 1920er Jahren hatte sich der moderne künstlerische Tanz als Teil der Lebensreformbewegungen etabliert. Er war zu einer Art Massenbewegung geworden, mit einer Vielzahl von Teilnehmern, deren tanztechnisches Niveau mäßig bis schlecht war. Das öffentlich präsentierte Mittelmaß und auch das Beharren auf «seelischem Ausdruck» im Tanz ohne ausreichende persönliche Ausstrahlung rief nicht nur den Unmut selbst wohlwollender Tanzkritiker hervor, sondern empörte auch die gutgeschulten Tänzerkollegen.
Die Qualitätsfrage ging um in einer Zeit großer sozialer Depression. Eine Vielzahl von Tänzern war arbeitslos und konnte sich von ihren geringen Einnahmen nicht ernähren. Die Tänzer, die ihre modernen Programme solistisch aufführen wollten, mussten ihre Aufführungen in jeder Hinsicht selbst organisieren und bezahlen. Die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern deckten in der Regel kaum die entstandenen Kosten.
Um der sozialen Notlage der meisten Tänzer abzuhelfen, mit dem Wunsch, diese auch gewerkschaftlich zu organisieren, arrangierte Rudolf von Laban 1927 in Magdeburg den Ersten Deutschen Tänzerkongress. Etwa dreihundert Tänzer kamen zu diesem Ereignis, dessen wichtigstes Ergebnis der ...
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Zum Start des Jugend-Tanztheater-Projekts «Fußball goes HipHop» zeigten der Breakdance-Weltmeister 2002, «ArtOne» Veliu, und seine Crew ihre rhythmischen Kicker-Künste in der Business-Loge des Bremer Weserstadions. Hintergrund: Das tanzwerk bremen veranstaltet zur Fußball WM 2006 das integrative Projekt für behinderte und nicht behinderte Jugendliche von 14 bis 23...
Die Vermutung, dass der Titel des Stücks auch die Länge der Aufführung angebe, ist nicht falsch. Kevin O‘Days Choreografie dauert exakt so lang wie Steve Reichs Komposition «Music for 18 Musicians»: 70 Minuten. Solche Titelgebung gab es schon bei Cage und Jirí Kyliáns Einakter «27’52’’».
O‘Day versucht damit, wie er im Programmheft schreibt, die Frage «Wie gehen...
heißt das Motto auf dem Tanzkongress in Berlin vom 20. bis zum 23. April. Theorie und Praxis wollen sich nah kommen. In kaum einer anderen Kunstform scheint dieses Bedürfnis größer zu sein. Und notwendiger. Es müssen Nährstoffe für eine Annäherung her. Zwischen Tänzer und Tanzprofessorin. Hier theoretisiert die Akademie die Wahrnehmung von Bewegung. Dort greift die...
