Wir brauchen Kunst

Die Ausstellung «Goldene Jahre – Kölner Tanzträume» im Deutschen Tanzarchiv Köln beleuchtet die große Zeit des Tanzes am Rhein. Nicole Strecker lässt sich mitreißen

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Ein Blick in die Vergangenheit kann manchmal sehr beruhigend sein. Wer sich vergangenen Sommer ärgerte, dass Choreograf Richard Siegal trotz künstlerischer Erfolge und Publikumszuspruch von der Stadt Köln nach fünf Jahren gleichgültig in die Welt hinausgeschickt wurde (Nürnberg freut sich nun über einen Glamour-Choreografen), der weiß nach dem Besuch dieser Ausstellung: Der Posten des örtlichen Tanzchefs ist traditionell ein Schleudersitz. So wurden in Köln allein von 1959 bis 1970 vier Tanzdirektoren von Rang verschlissen. Aurel von Milloss: blieb vier Spielzeiten.

Todd Bolender: drei Spielzeiten. Gise Furtwängler: drei Spielzeiten. Und Peter Appel: nun ja, gerade mal eine Spielzeit. In anderen Städten, etwa im nahen Wuppertal, gewährten die Stadtoberen ihren Spartenchefs manchmal Jahre, bis das Publikum ihre künstlerische Vision akzeptierte, um dann – siehe Pina Bausch – treu bis weit über den Tod hinaus zu sein. Aber im jecken Köln bleibt’s eben gern beim Flirt.

Und trotz der personellen Fluktuation: Diese wilden Sechziger, sie sind auch die «Goldenen Jahre» für den Tanz in Köln. Nie wieder gibt es so viel Mut, Geld, Weitsicht und Leidenschaft für die Kultur. Die Stadt liegt ...

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Tanz November 2024
Rubrik: Traditionen, Seite 54
von Nicole Strecker

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