Backlights 11/24
Hamburg
PINA BAUSCH, HANS VAN MANEN, DEMIS VOLPI, JUSTIN PECK «THE TIMES ARE RACING»
Demis Volpi erhielt nicht zuletzt deswegen den Chefposten am Hamburg Ballett, weil er ankündigte, das stark von Langzeitintendant John Neumeier geprägte Repertoire konsequent zu diversifizieren. Entsprechend ist es ein Statement, wenn Volpi seine Intendanz mit einer Mixed Bill beginnt, die das Ensemble mit ganz unterschiedlichen Handschriften konfrontiert: «The Times Are Racing».
Den Anfang macht Pina Bauschs Frühwerk «Adagio», geprägt noch vom klassischen Ballett, aber schon mit einer Ahnung, wo es mit der Jahrhundertchoreografin ästhetisch hingehen würde. Entstanden ist «Adagio» 1973 in Wuppertal, seither wurde das Stück zu Liedern Gustav Mahlers kaum getanzt – dass Volpi die Wuppertaler Veteranin Josephine Ann Endicott für die Rekonstruktion verpflichten konnte, ist ein Coup, der vom zunehmend begeisterten Premierenpublikum durchaus gewürdigt wird. In der Folge brillieren die Publikumslieblinge Madoka Sugai, Alexandr Trusch, Ida Praetorius und Matias Oberlin in Hans van Manens «Variations for Two Couples», Volpis eigenes «The Thing with Feathers» gibt eine Ahnung, in welche Richtung es am Haus ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz November 2024
Rubrik: Kalender, Seite 48
von
Es ist die Geschichte einer (Ost-)Deutschen, die nach Toulouse zog, um das dort ansässige Ballett zu leiten und gemeinsam mit ihrer Isetta von 1956 die «Rosa Stadt» zu verzaubern. Doch das Projekt Isetta scheiterte am bockigen Amtsschimmel. Nicht dass in der Region irgendjemand wüsste, was eine Isetta ist – BMW-Modell mit Ausstieg vorne, sehr klein und kompakt! –...
CD des Monats
Gabriel Fauré
Der Erinnerung an den Freund und Kollegen John Cranko hat Kenneth MacMillan sein Ballett «Requiem» gewidmet, und er wählte dafür keine dunkle, dramatisch verzweifelte Komposition, sondern im Gegenteil ein Werk, das den Tag des Todes nicht als «Dies irae» deutet. In das «Requiem» von Gabriel Fauré fällt Licht, sehr viel Licht – nicht...
Eine tiefe Einsamkeit ist die Basis von Pierre Huyghes Videoinstallationen. Die gesichtslose, nackte Frau, die sich durch eine wattähnliche Landschaft bewegt («Liminal», 2024), das Affe-Mensch-Hybridwesen in einer zerstörten Stadt («Human Mask», 2014), der sensorbestückte Roboter, der in der Wüste menschliche Überreste untersucht («Camata», 2024), die bühnenartigen...
