wien: kat válastur «oh! deep sea – corpus III»
Was die griechische Tanzkünstlerin Kat Válastur hier mit ihren drei Kombattanten anstellt, das nennt man ganz profan: Popping. Bei diesem Breakstil zuckt der Leib, als durchtanze er ein Strobolicht. Die Bewegungen sind abgehackt.
Die Meister solcher Street-Dance-Kunst verdienen sich Respekt durch absurde Isolationen: Ihre Gliedmaßen schleudern sich unabhängig voneinander zum gemeinsamen Bewegungswitz, der gern auch episodisch gerät und etwa vom Fahrgast erzählt, der einen Bus besteigt und vom Chauffeur wieder hinausbefördert wird, weil er kein Geld für einen Fahrschein hat.
Selbst wenn man diesen Subtext nicht kennt, bleibt es sekundenkurze Virtuosen-Pantomime, die Könner wie Kader «Amigo» Memis als Fingerübung und Wettkampfstil zugleich zelebrieren.
Kat Válastur dient die Technik des Popping zur Verfertigung eines Trilogie-Finales. Das allenfalls von Homers «Odyssee» inspirierte «Oh! Deep Sea – Corpus III» beginnt für eine akademische Tanzkünstlerin ungewöhnlich deutlich: Strobolicht führt uns direkt in die Sekundenkunst des Popping ein. Dann aber tunkt Válastur das fortwährende Bewegungs-Staccato in eine einstündige Langzeitbelichtung. Im Berliner HAU 3 grätschen die Tänzer zu ...
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Tanz Februar 2013
Rubrik: kalender, Seite 49
von Arnd Wesemann
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lektüre
loheländerinnen
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