la création du monde

Der kongolesische Choreograf Faustin Linyekula setzt sich mit dem ersten «Ballet nègre» auseinander – und legt sich mit zwei Rekonstruktions-Spezialisten an

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Es ist ein seltsames Ungetüm, das sich da eine Viertelstunde lang über die Bühne wälzt: Vielköpfig, mit diversen Schnäbeln und Tentakeln, Schuppenpanzern und allerlei Insignien der Herrschaft ausgestattet, richtet es sich schwerfällig zu Ehrfurcht gebietender Überlebensgröße auf. Dann schwankt und brodelt es in seinem Inneren, einzelne Ableger lösen sich von der Ursubstanz, schreiten und hüpfen als eigenständige Lebewesen in die Welt. Sie kommen sich nicht in die Quere, erst die Ankunft des Menschen scheint ihre Ressourcen zu bedrohen.



Das Ballett «La création du monde» wirkt auf heutige Betrachter wie mechanisches Puppentheater. An seinen angestaubten Strippen machten sich als Erstes die Ballettarchäologen Millicent Hodson und Kenneth Archer zu schaffen, als sie das 1923 uraufgeführte, von Darius Milhaud komponierte und von Jean Börlin choreografierte Stück im Jahr 2000 rekonstruierten. Damals mühte sich das Ballet du Grand Théâtre de Genève sichtlich damit, den zum Teil sperrigen Kostümen und Masken überhaupt Bewegungen abzugewinnen.

Zwölf Jahre später
Dann kam der kongolesische Choreograf Faustin Linyekula, der die Hodson-Archer-Version in eine eigene Produktion mit dem Ballet de ...

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Tanz Februar 2013
Rubrik: produktionen, Seite 8
von Frankziska Buhre

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