wie angelt man einen ballettdirektor?
Nehmen wir mal an, die Granden vom FC Bayern München kommen zu dem Schluss: Wir brauchen einen neuen Trainer. Was tun sie dann? Sie überlegen, was sie mit den Elite-kickern erreichen wollen. Dann werden sie prüfen, welcher Spitzenmann diese Ziele mit dem Team ansteuern kann, die Arbeit potenzieller Kandidaten haargenau begutachten und womöglich Expertisen einholen. Was sie nicht tun werden, ist: mehr oder weniger auf Verdacht jemanden einzukaufen, dessen Konzepte sie kaum kennen und der selbst keine rechte Idee hat, was er mit den Edelfußballern anfangen soll.
Denn die Bayern-Bosse wissen, was sie dem eigenen Weltklasse-Anspruch schuldig sind: allererste Sahne.
Kunst ist kein Profisport, aber ein gewisser Professionalismus auf der Leitungsebene kann ihr ganz bestimmt nicht schaden. In Berlin haben die Herren Klaus Wowereit und André Schmitz – Regierender Bürgermeister und Kultursenator der eine, Kulturstaatssekretär der andere – indes kürzlich vorexerziert, wie sich Spitzenämter mal eben so an den Mann bringen lassen. Bei dem Manöver wurde en passant auch noch eine Frau düpiert, die der Stadt seit 20 Jahren verbunden ist und jetzt mit ihrem Weggang droht: Die Berufung von Nacho ...
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Tanz März 2013
Rubrik: kulturpolitik, Seite 22
von Dorion Weickmann
ausstellung_________
noëlla pontois – divine étoile
Noch ist sie nicht siebzig, aber die Ausstellung würdigt Noëlla Pontois schon im Vorfeld ihres Geburtstags als die alles überragende Ballerina der Pariser Opéra in der Nachfolge von Yvette Chauviré. Von 1961 bis 1983 gehörte sie dem Ensemble an, und die Virtuosin aus Vendôme hat in vielfacher Weise ihre Spuren...
Wer teilt eigentlich – jenseits des Stadttheaters – Produktionsgelder, Residenzaufenthalte, Gastspielgelder, Künstlerpreise zu? Meist: mehrköpfige Jurys. Hinter verschlossenen Türen tagen sie, oft ein- bis zweimal im Jahr – als städtische Gremien, auf Länder- und Bundesebene, bei Stiftungen. Dass nicht ein Einzelner in feudalistischer Manier den Daumen hebt oder...
«Europe has got all these cute little towns, full of history», sagt Meryl Tankard in ihrem wunderbar rauen Singsang. Europa ist schön, und für das Gros der Weltbevölkerung ist es auch ganz schön weit weg. Aus der Entfernung, etwa von Australien her betrachtet, wirkt Europa exotisch und aufgeräumt, verwaltet und sauber wie Disneyland. Nur historisch ist es etwas...
