wie angelt man einen ballettdirektor?
Nehmen wir mal an, die Granden vom FC Bayern München kommen zu dem Schluss: Wir brauchen einen neuen Trainer. Was tun sie dann? Sie überlegen, was sie mit den Elite-kickern erreichen wollen. Dann werden sie prüfen, welcher Spitzenmann diese Ziele mit dem Team ansteuern kann, die Arbeit potenzieller Kandidaten haargenau begutachten und womöglich Expertisen einholen. Was sie nicht tun werden, ist: mehr oder weniger auf Verdacht jemanden einzukaufen, dessen Konzepte sie kaum kennen und der selbst keine rechte Idee hat, was er mit den Edelfußballern anfangen soll.
Denn die Bayern-Bosse wissen, was sie dem eigenen Weltklasse-Anspruch schuldig sind: allererste Sahne.
Kunst ist kein Profisport, aber ein gewisser Professionalismus auf der Leitungsebene kann ihr ganz bestimmt nicht schaden. In Berlin haben die Herren Klaus Wowereit und André Schmitz – Regierender Bürgermeister und Kultursenator der eine, Kulturstaatssekretär der andere – indes kürzlich vorexerziert, wie sich Spitzenämter mal eben so an den Mann bringen lassen. Bei dem Manöver wurde en passant auch noch eine Frau düpiert, die der Stadt seit 20 Jahren verbunden ist und jetzt mit ihrem Weggang droht: Die Berufung von Nacho ...
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Tanz März 2013
Rubrik: kulturpolitik, Seite 22
von Dorion Weickmann
Das Bolshoi ist eine Miniaturkopie Russlands, sein weltberühmtes Ballett prägt das Kulturgesicht der Nation. Seit Mitte Januar hat dieses Theater, hat das ganze Land in den weltweiten Schlagzeilen ein Gesicht: Sergej Filin. Der Ballettchef, der vor seiner eigenen Haustür Opfer eines Säure-Anschlags wurde, ist plötzlich zum Symbol geworden: Symbol für die...
Als Nacho Duato vor gut zwei Jahren in Sankt Petersburg anfing, wurde er allseits enthusiastisch begrüßt. Immerhin war mit seiner Berufung erstmals seit der Ära Petipa ein Choreograf aus dem Westen Leiter einer russischen Kompanie geworden. Der ehemalige Direktor der Compañía Nacional de Danza in Madrid und Verfechter des Modern Dance galt den Petersburgern als...
Wer teilt eigentlich – jenseits des Stadttheaters – Produktionsgelder, Residenzaufenthalte, Gastspielgelder, Künstlerpreise zu? Meist: mehrköpfige Jurys. Hinter verschlossenen Türen tagen sie, oft ein- bis zweimal im Jahr – als städtische Gremien, auf Länder- und Bundesebene, bei Stiftungen. Dass nicht ein Einzelner in feudalistischer Manier den Daumen hebt oder...
