geheimnisträger
Wer teilt eigentlich – jenseits des Stadttheaters – Produktionsgelder, Residenzaufenthalte, Gastspielgelder, Künstlerpreise zu? Meist: mehrköpfige Jurys. Hinter verschlossenen Türen tagen sie, oft ein- bis zweimal im Jahr – als städtische Gremien, auf Länder- und Bundesebene, bei Stiftungen. Dass nicht ein Einzelner in feudalistischer Manier den Daumen hebt oder senkt, erweckt den Anschein von Demokratie oder Gerechtigkeit. Doch die Geldgeber, die solche, wie es heißt, «unabhängigen Fachleute» berufen, verstecken meist deren Namen.
Das wirkt vielleicht objektiv, aber es verstärkt zugleich den Eindruck von Undurchsichtigkeit. Wird da nicht nur gemauschelt und geschachert?
Die Mitglieder einer Jury oder eines Kuratoriums werden oft auf Vorschlag angeworben und von den Auslobern, sei es ein Verband oder ein Kulturausschuss, gewählt. Meist sind die Amtszeiten befristet, damit Wechsel und Meinungsvielfalt Platz greifen. Doch viel Auswahl an Freiwilligen mit Fachwissen gibt es nicht, am wenigsten beim zeitgenössischen Tanz. Deshalb landen Journalisten in den Jurys, manchmal gleich in mehreren. Berufliche Vorteile ergeben sich daraus nicht, höchstens ein wenig Ehre. Die Arbeit ist meist ...
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Tanz März 2013
Rubrik: praxis, Seite 68
von Melanie Suchy
Der Belgier Thierry Smits hat sich viel vorgenommen mit seinem neuen Stück. Er holt sieben Tänzer auf die Bühne, eine große Besetzung für einen unabhängigen Choreografen. Die live gespielte Musik stammt von Steven Brown und Blaine Reininger, Ex-Mitglieder der Kult-Band Tuxedomoon. Auch Sujet und künstlerisches Konzept sind ambitioniert: Smits begreift seine Arbeit...
Als Nacho Duato vor gut zwei Jahren in Sankt Petersburg anfing, wurde er allseits enthusiastisch begrüßt. Immerhin war mit seiner Berufung erstmals seit der Ära Petipa ein Choreograf aus dem Westen Leiter einer russischen Kompanie geworden. Der ehemalige Direktor der Compañía Nacional de Danza in Madrid und Verfechter des Modern Dance galt den Petersburgern als...
Bis vor Kurzem war die freie Tanzszene in Rheinland-Pfalz faktisch nicht existent. Jetzt aber hat der Franzose Stéphen Delattre, zuletzt Solist bei Pascal Touzeau am Mainzer Staatstheater, ein eigenes Ensemble gegründet – kein risikoloses Unterfangen in einer Zeit, da die Tanzsparte insgesamt oft in Bedrängnis ist.
Doch Delattre, der auch schon für Katja Wünsche...
