Weniger Geld: Einschnitte in Flandern
Was gerade in Belgien passiert, hat sich schon lange angekündigt. Rechtspopulisten haben es überall und zu jeder Zeit verstanden, dass Einflussnahme auf die Kunstförderung ein wichtiges Instrument zur Verbreitung ihrer nationalistischen Ideologien ist. Nicht nur in Belgien: Die Niederlande, Polen, Ungarn haben es vorgemacht. Auch in Deutschland nimmt in einigen Bundesländern der Einfluss der Rechtspopulisten dramatisch zu – und auch hier ist es vor allem die Kultur- und Kunstförderung, die sie im Visier haben.
Das Streichen von Geldern in Flandern trifft dabei nicht zufällig vor allem die (in Deutschland so genannte) freie Szene. Die hier praktizierten Produktionsweisen und Ästhetiken, ihr Transnationalismus, ihre Beweglichkeit und Widerständigkeit, ihre Themen und ihre Vertreter*innen lassen sich nur schwer für nationalistische Kulturdeutungen vereinnahmen. Versuche dazu gab es schon früher, so z. B. die zweifelhafte Förderung von Künstler*innen als «Botschafter*innen der flämischen Kultur».
Was jetzt unternommen wird, geht einen entscheidenden Schritt weiter, es entzieht den zeitgenössischen darstellenden Künsten in Flandern die Existenzgrundlage. Und hier geht es mitnichten ...
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Tanz Januar 2020
Rubrik: Side-Step, Seite 18
von Annemie Vanackere
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