Wen Hui «New Report on Giving Birth»
Einmal plaudert Wen Hui ein Bekenntnis aus. Sie sei nie Mutter geworden, spricht die Pionierin chinesischen Tanztheaters und Goethe-Medaillen-Trägerin ins Headset – da schwingt etwas von Trauer um eine Lebenschance mit. Umso mehr, fügt sie hinzu, empfinde sie sich als Mutter aller Kinder.
«New Report on Giving Birth» knüpft beim Tanzfestival Rhein-Main an Wen Huis älteren «Report on Giving Birth» (1999) im China der Ein-Kind-Politik an.
Heute fordert Beijing dem Bevölkerungskörper Kinder ab, stößt aber auf wenig Gebärfreude – manches ist halt leichter zur Staatsräson erklärt als vorschreibbar. Auch davon handelt dieser «New Report» (Dramaturgie: Alexandra Hennig). Die neue Arbeit vereint einen diversen Cast, bestehend aus Wen Hui und drei Tänzerinnen aus Italien, Iran und Thailand. Beeindruckend, wie sie alle den Erzählduktus ihrer Soli mit der Ausdrucksform Tanz zur Deckung bringen. Es ist, als tanzten sie ihre Erzählfäden aus sich heraus wie Penelopes am Webstuhl.
In legeren, fahl bunten, kurzen oder langen Kostümen treten auf: Alessandra Corti, Parvin Saljoughi, Patscharaporn Distakul und Wen Hui. Jede hat Geschichten der Schwangerschaft parat, inklusive einer von einer ...
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Tanz März 2024
Rubrik: Kalender, Seite 38
von Marcus Hladek
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