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Dienstagmorgen: Die Rezensentin schmeißt sich in Trainingsklamotten und fährt den Computer hoch, um via Scapino Danskanaal am Unterricht von Bryndis Brynjolfsdottir teilzunehmen. Neuerdings nämlich schicken die Rotterdamer zweimal pro Woche Proben samt Präparationen in alle Welt. Live- Streaming macht’s möglich. Punkt zehn Uhr klinkt sich die Fernstudentin ein. Ob sie auf volle Distanz mithalten kann oder vorzeitig kollabieren wird? Egal, kriegt sowieso keiner mit. Man ist ja allein mit sich und dem Monitor. Die ersten fünf Minuten verstreichen, das Testbild steht.

Tatenlos warten bringt nichts. Schon mal ein paar Pliés machen.

Die nächste Viertelstunde geht ins Land, die Probandin ist bei Battements jetés angelangt. Was ist denn nun? Schwarz gähnt der Bildschirm. Ist der Computer in Ordnung, der Flashplayer installiert? Nur die Ruhe – YouTube funktioniert schließlich auch. Besser geht die Journalistin vorerst ihrem Tagwerk nach. Scapino rauscht im Hintergrund, bis irgendwann der leere Trainingssaal auftaucht: Vorn rechts hängt die Kamera, linker Hand fällt Sonnenlicht durch eine Fensterfront.

Das war es aber auch. Nachfrage beim Scapino-Ballett: «Gibt es ein Problem?» Eine Frau ...

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Tanz August 2010
Rubrik: medien, Seite 83
von Dorion Weickmann

Vergriffen
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