wearables
Nachdem wir nicht mehr einen Koffer voller Wecker, Kompass, Schreibmaschine, Landkarte, Kalender, Kamera und dergleichen durchs Leben schleppen, nachdem auch Radio, Spiele, Taschenlampe, Bücher, Platten und die Wetterstation den allerkleinsten Platz im Telefon gefunden haben, rückt der schwer erleichterte Körper selbst in den Fokus. Wo einst die Armbanduhr saß, klebt ein Fitness-Armband. Statt von Kleidung reden wir hochnäsig von «Wearables», dem Tragbaren. Der Unterschied? Früher trug man, was einem gut stand. Heute zählt, was uns besser bewegt.
Nicht nur Sneakers und der Kapuzenpulli mit praktischer Innenbeleuchtung sind Zeichen groß-artiger Mobilität. Der Trend, so die südkoreanische Künstlerin Soomi Park, geht zum «Swing Skirt», dem «Schaukelrock». Wo einseitige Belastungen des Körpers an der Barre oder am Schreibtisch mindes-tens ein Fitness-Studio zur Reparatur benötigen, pendelt dieser Rock den eigenen Körper wie von selbst wieder aus. Denn, so die besorgte Künstlerin: «Oft ignorieren die Leute den körperlichen Stress, was dazu führt, dass wir es unbewusst immer öfter mit der Angst zu tun bekommen.» Gegen diese Angst vor dem Stillstand hilft ihr Rock, der sich beim Aufstehen ...
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Tanz Juli 2015
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Arnd Wesemann
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Das Thema der Hochzeit wird in der neuen Ballettpremiere im Linzer Musiktheater aus zwei Perspektiven beleuchtet. Zwei Choreografinnen aus unterschiedlichen Kulturen und mit verschiedenen Tanzsprachen beschäftigen sich damit. Die Koreanerin Hea-Kyung Lee beruft sich in «Mae» auf eine überlieferte Geschichte, und zwar die des Thronfolgers einer alten Dynastie,...
Durch die Leere führt ein Strich. Aus dem Strich wird ein Kreis. Je transzendentaler, desto besser. Nacera Belaza macht keine Bühnenshows. Bei ihr laufen repetitive Muster, von Anfang bis Ende mit minimalen Variationen durchsetzt. Da bleibt nichts kleben. Keine Geschichte, keine Bilder, keine zeitliche Orientierung. Selbst der Titel hilft nicht. Dabei setzt «La...
