Was Stalin verbot, wird heute nicht besser
«Der Bolzen» ist die einzige Neuinszenierung des Bolshoi in dieser Saison und das zweite Ballett einer Trilogie, die das Theater zum 100. Geburtstag von Schostakowitsch plant. Obwohl Dmitrij Schostakowitsch kein Glück mit seinen Balletten hatte. Sein Erstling «Das Goldene Zeitalter» stand nur eine Saison auf dem Spielplan. Eine einzige Aufführung erlebte ein zweites Werk «Der Bolzen» (Choreografie: Fyodor Lopukhov) 1931. Es wurde wegen Formalismus und lächerlich machender Einstellung gegenüber der Arbeiterklasse verboten.
Das Schicksal des dritten Balletts «Der helle Bach» (1935) war ähnlich: auf Befehl Stalins verboten. Schostakowitsch fiel in Ungnade, seine Werke wurden vergessen, die Musik für andere Ballette auseinander gerissen.
Der «Bolzen» ist die Inbetriebnahme einer neuen Werksabteilung, die vorbildliche Erfüllung des Plansolls und die Havarie, die Faulenzer und Trinker durch das Anbringen eines neuen Bolzens in die Maschine verursachen. Gestrichen hat Ratmansky die antireligiöse Propaganda, weil sie ihm in einer Zeit der Wiedergeburt des orthodoxen Glaubens in Russland unangebracht schien. Der «Bolzen» ist aber auch sonst wenig attraktiv und zeitgemäß. Wen interessieren ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Der Anfang gehört der Musik, und auch im weiteren Verlauf ihres abendfüllenden Kathak-Tanzstücks hat die Choreografin Sonia Sabri ihrer kleinen Band weite Freiflächen eingeräumt. Das ist kein Fehler, denn die Musik, komponiert von Sarvar Sabri, dem Ehemann , ist, auch ohne Tanz, hinreißend schön. Die Saxofone von Alvin Davis, der seine Blues-Töne wie von ganz...
Brasiliens neuer großer Tanzfilm heißt «As Cinzas de Deus»: Gottes Asche. Geschöpfe im Staub. Fünf Tänzer aus Fernanda Lippis gern site specific tanzender Kompanie Zikzira in einem still gelegten Bahnhof des Städtchens RibeirãoVermelho im Bundesstaat Minas Gerais. Immer wieder ein entzücktes Zucken; jede Geste des Tanzes mündet in ein ekstatisches Wippen. Gefangen...
Nein, das ist es noch nicht. Die Tänzerin steht zu weit vorn. Ein paar Schritte weiter nach hinten, korrigiert der Choreograf Javier Latorre, derzeit der wohl bekannteste Flamencoregisseur. Und von dort dann nach vorn, mit Kraft in die Drehung, die sich in sanftem Schwung auflöst. Zurück, ein neuer Versuch, dann ist der Meister zufrieden. «¡Eso es!», «Das ist es!»,...
