Was Stalin verbot, wird heute nicht besser

Alexei Ratmansky: «Der Bolzen» in Moskva

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«Der Bolzen» ist die einzige Neuinszenierung des Bolshoi in dieser Saison und das zweite Ballett einer Trilogie, die das Theater zum 100. Geburtstag von Schostakowitsch plant. Obwohl Dmitrij Schostakowitsch kein Glück mit seinen Balletten hatte. Sein Erstling «Das Goldene Zeitalter»  stand nur eine Saison auf dem Spielplan. Eine einzige Aufführung erlebte ein zweites Werk «Der Bolzen» (Choreografie: Fyodor Lopu­khov) 1931. Es wurde wegen Formalismus und lächerlich machender Einstellung gegenüber der Arbeiterklasse verboten.

Das Schicksal des dritten Balletts «Der helle Bach» (1935) war ähnlich: auf Befehl Stalins verboten. Schostakowitsch fiel in Ungnade, seine Werke wurden vergessen, die Musik für andere Ballette auseinander gerissen.
Der «Bolzen» ist die Inbetriebnahme einer neuen Werksabteilung, die vorbildliche Erfüllung des Plansolls und die Havarie, die Faulenzer und Trinker durch das Anbringen eines neuen Bolzens in die Maschine verursachen. Gestrichen hat Ratmansky die antireligiöse Propaganda, weil sie ihm in einer Zeit der Wiedergeburt des orthodoxen Glaubens in Russland unangebracht schien. Der «Bolzen» ist aber auch sonst wenig attraktiv und zeitgemäß. Wen interessieren ...

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Tanz April 2005
Rubrik: On Stage, Seite 53
von Violeta Mainiece

Vergriffen
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