Ein Brief aus Jerez

Kersten Knipp über das Flamenco-Festival

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Nein, das ist es noch nicht. Die Tänzerin steht zu weit vorn. Ein paar Schritte weiter nach hinten, korrigiert der Choreograf Javier Latorre, derzeit der wohl bekannteste Flamencoregisseur. Und von dort dann nach vorn, mit Kraft in die Drehung, die sich in sanftem Schwung auflöst. Zurück, ein neuer Versuch, dann ist der Meister zufrieden. «¡Eso es!», «Das ist es!», ruft er aus den Publikumsrängen und wendet sich der nächsten Szene zu. Die Zeit drängt: Kurz vor sieben ist es schon, in nicht einmal zwei Stunden werden die ersten Zuschauer in den Saal strömen. «Triana.

En el nombre de la Rosa» heißt seine jüngste Produktion, eine Hommage an jene Gruppe, die Spanien in den frühen 1970er Jahren den Sound der neuen Zeit bescherte. Flamencorock, das war Hoffnung auf neue Zeiten, die im Herbst 1975, nach dem Tod General Francos, denn auch endgültig anbrachen. Grund genug, die Gruppe mit einer eigenständigen Produktion zu ehren. Doch Latorre enthielt sich allzu direkter Ehrerbietung. In locker verbundenen Bildern kam seine Hommage daher – und war darin typisch für die meisten der dieses Jahr präsentierten Arbeiten. Der Flamenco sei eine hinreichende Kunst, er müsse nicht auch noch die Last ...

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Tanz April 2005
Rubrik: On Stage, Seite 55
von Kersten Knipp

Vergriffen
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