Was ist Limón-Technik?
«In diesem Augenblick wurde ich unwiderruflich zu einem anderen. Ich wusste mit geradezu schockierender Plötzlichkeit, dass ich bis zu diesem Moment noch nicht wirklich gelebt hatte oder besser: dass ich keinesfalls auf dieser Erde verweilen wollte, ohne das zu lernen, was dieser Mann gerade getan hatte.» In seinen unvollendeten Memoiren berichtet der Tänzer, Choreograf und Pädagoge José Arcadio Limón über sein Erweckungserlebnis angesichts einer Tanzvorstellung des deutschen Expressionisten Harald Kreutzberg.
Bis dato hatte der 1908 geborene Mexikaner in New York Kunst studiert, war nur durch Zufall ans Theater geraten. Fortan widmete Limón sein Leben dem Tanz, studierte bei Doris Humphrey, die in seiner 1946 gegründeten eigenen Kompanie die erste künstlerische Leiterin wurde. Mit Limón verbinden sich weit weniger innovative Choreografien, sondern ein spezifischer Tanzstil, der unter der Rubrik «modern dance» gelehrt wird.
Der Limón-Unterricht basiert auf dem Prinzip der Gegensätze: Durch den abwechselnden Einsatz von Elementen wie «fall and recovery» (Fall und Aufschwung) oder «suspension» (Federung) entsteht ein ungebrochen-dynamischer Bewegungsfluss. Der Schwerkraft wird sowohl ...
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