Brief aus Johannesburg
In den wohlhabenden Vororten von Johannesburg fährt man gern den silbergrauen Hyundai SUV. Auf der anderen Seite der Stadt, in den Townships, bevorzugt man weiße Minibusse. Der Choreograf Sello Pesa fährt einen schwarzen VW-Käfer. Ein ungewöhnliches Auto für eine südafrikanische Großstadt. Doch der kleine Käfer führt auch ein ungewöhnliches Leben. Abends parkt er hinter hohen Sicherheitszäunen in den Northern Suburbs, wo Pesa mit seiner schottischstämmigen Frau lebt. Morgens quält er sich durch die verstopften Straßen von Soweto – dem Geburtsort des Choreografen.
Seit Jahren pendelt Sello Pesa zwischen den Welten. Zwischen Township und Vorort, Tanzstudio und Familienwohnsitz, arm und reich, schwarz und weiß.
Auch 15 Jahre nach dem offiziellen Ende der Apartheid beeinflusst die kulturelle Segregation in Johannesburg Tanzschaffende und ihr Publikum. Ein Großteil der weißen Minderheit meidet den Weg nach Soweto oder nach Downtown. Umgekehrt ist die Zahl jener Schwarzen, die an Kulturveranstaltungen in den reicheren Vororten teilnehmen, mehr als niedrig.
Zwar haben die Stars der heimischen Tanzszene – Sello Pesa, Boyzie Cekwana oder der kürzlich verstorbene George Khumalo – diese Hürde ...
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