was der tanz fürchtet

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Dass sich das Publikum demonstrativ wegdreht, sobald einer zu tanzen beginnt. Oder dass es gar nicht erst hinschaut. Genau diese gespielte Ignoranz, sagt die berühmte Forsythe-Interpretin Dana Caspersen, ist die Hauptursache aller Konflikte. Caspersen ist ausgebildete Konfliktmanagerin und gewappnet für all die Fälle, in denen Menschen Pickel kriegen, wenn sie den anderen bloß sehen. Diese leidvollen Konflikte, sagt sie ab Seite 18, kann man als «körperliche Systeme» betrachten. Sie sind einfach das genaue Gegenteil von Bedürfnissen.

Dabei geht es doch darum, endlich persönliche Wünsche zu formulieren, wie man selber leben, wie man selbst gelassen sein will. Hat man solche Vorstellungen nicht, ist es schwer zu überleben. Gerade im Tanz.

Dort neigt jeder dazu, sich in den Mittelpunkt zu stellen. Man wird so erzogen. Ballett ist nichts anderes als die konsequente Verwirklichung des Ego in einer Kompanie. So beschreibt es David Hallberg, der erste Amerikaner, der es wagte, sich ausgerechnet am Bolshoi und von Sergei Filin (Opfer eines Säureattentats) zum Principal Dancer befördern zu lassen. Die Einsamkeit, das Mönchische, das Erlernen der fremden Kultur, davon erzählt er ab Seite 26. ...

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Tanz Juli 2014
Rubrik: editorial, Seite 1
von

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