Was denkt Christoph Klimke
Man stelle sich vor, der Intendant eines Dreisparten-Hauses würde, um bei Einsparungen im Etat die Qualität von Tanz und Schauspiel zu erhalten, die Oper schließen. Ein Aufschrei ginge durch die Republik. Wird aber die Tanz-Sparte am Haus «abgewickelt», wie es heutzutage heißt, herrscht nichts als Schweigen. So weitgehend unbemerkt schafft auch das Theater Bonn den Tanz ab.
Aber warum opfert diese Stadt, die im Vergleich zu anderen Städten dieser Größe noch gutes Geld hat, diese Kunstform? Warum macht der Intendant das mit? Ich dachte immer, Intendanten würden dafür (bestens!) bezahlt, dass sie Theater leiten und nicht schließen.
Es gab und gibt ja Theater-Direktoren, die ihr Verbleiben am Ort mit dem Erhalt des Dreisparten-Hauses verknüpfen, wie der frühere Intendant des Theaters Bremens, Klaus Pierwoß. Die Intendanten, die dieses Format nicht haben, fürchten um ihren Sessel und die mit der Stadt auszukungelnde Erhöhung der eigenen Gage. Dass Stadtväter so blöde sind, ganze Kunstformen zu eliminieren und sich Mitwirkende in den Theater- Direktionen selbst suchen, ist bei der grassierenden Verkümmerung von Kulturpolitik nicht überraschend. Dass aber Intendanten mitmachen, ist ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Loïe Fuller ist die berühmte Rolls-Royce-Kühlerfigur. 1862 in Fullersburg, Illinois, geboren, wurde die berühmte Avantgardistin des Tanzes dreißig Jahre später auf den Folies-Bergères-Plakaten von Henri de Toulouse-Lautrec zur Heldin von Paris verhübscht.
In Wirklichkeit war Loïe Fuller stämmig, nicht besonders beweglich, auch nicht mehr ganz jung. Aber nach...
Sie ist die schrillste Stimme mechanischer Kommunikation. Eine Trillerpfeife eröffnet Urs Dietrichs neue Choreografie am Bremer Tanztheater. Die Akteure tasten sich auf der Schwelle zwischen privatem Körper und Kunstgestalt in Rollen und Identitäten, lauschen still in sich hinein. Horchen an lautsprecherähnlichen Kästen an der Wand.
Ein Rednerpult suggeriert...
Tournee-Kompanien, zu denen trotz fester Standorte auch die Forsythe Company gehört, überleben allein durch Selbstausbeutung. Jeder Einzelne steht ununterbrochen unter Hochdruck. Am Premierenabend von «Yes We Can’t» im Festspielhaus Hellerau brach der Tänzer Christopher Roman zusammen. Der Stress. Die Zuschauer haben davon nichts mitbekommen. Der neueste...
