Was denkt Christoph Klimke

Christoph Klimke über das abzuwickelnde Bonner Tanztheater

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Man stelle sich vor, der Intendant eines Drei­sparten-Hauses würde, um bei Einsparungen im Etat die Qualität von Tanz und Schauspiel zu erhalten, die Oper schließen. Ein Aufschrei ginge durch die Republik. Wird aber die Tanz-Sparte am Haus «abgewickelt», wie es heutzutage heißt, herrscht nichts als Schweigen. So weitgehend unbemerkt schafft auch das Theater Bonn den Tanz ab.

Aber wa­rum opfert diese Stadt, die im Vergleich zu anderen Städten dieser Größe noch gutes Geld hat, diese Kunstform? Warum macht der Intendant das mit? Ich dachte immer, Intendanten würden dafür (bestens!) bezahlt, dass sie Theater leiten und nicht schließen.

Es gab und gibt ja Theater-Direktoren, die ihr Verbleiben am Ort mit dem Erhalt des Dreisparten-Hauses verknüpfen, wie der frühere Intendant des Theaters Bremens, Klaus Pierwoß. Die Intendanten, die dieses Format nicht haben, fürchten um ihren Sessel und die mit der Stadt auszukungelnde Erhöhung der eigenen Gage. Dass Stadtväter so blöde sind, ganze Kunstformen zu eliminieren und sich Mitwirkende in den Theater- Direktionen selbst suchen, ist bei der grassierenden Verkümmerung von Kulturpolitik nicht überraschend. Dass aber Intendanten mitmachen, ist ...

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Tanz Mai 2008
Rubrik: Was denkt..., Seite 80
von Christoph Klimke

Vergriffen
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