Wahllos

in Berlin

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Wer sich am Ende eines Spiels Sieger nennen darf, ist keine ausgemachte Sache. Wahllos nennt Martin Stiefermann darum seine letzte Koproduktion von MS Schrittmacher und Oldenburgisches Staatstheater – und will damit sagen, dass wir alle einem permanenten Ausschlussverfahren unterliegen. Stellvertretend für uns agieren die Tänzer, die sich an der Stirnwand von Dock 11 Berlin zunächst auffällig unauffällig geben. Erst mit der Musik – Glenn Brancas drängende Symphony No.

6 Devils Chorus on Heavens Door – lassen sie sich auf ein Spiel ein, voller Stolpersteine. Ein Karree aus Kiesel hat Stiefermann konstruiert: als ein gefährliches Pflaster. Die Tänzer schmeißen sich wahllos hinein, gehen sich an die Gurgel oder reißen sich gegenseitig die Beine weg, ohne ein Mindestmaß an Attraktivität aufzugeben. Manchmal scheint der Gedanke nicht so ganz abwegig, es handele sich bei der Performance um eine perfid pervertierte Modenschau. Verkauft wird schließlich immer, und wenn es nicht schicke Kleider sind, dann eben die Menschen, die sich hier vor zahlendem Publikum im Staub wälzen. Deutschland braucht Superstars, und wenn‘s nur für die Dauer von einer Stunde ist. Laura Caldow, Nicole van Gent, ...

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Tanz Juni 2006
Rubrik: on stage, Seite 36
von Hartmut Regitz

Vergriffen
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