Geometrie des Banalen
Wohngemeinschaften sind beliebte Sujets auf der Bühne, im wirklichen Leben, und im Reality TV ohnehin. Dies, obwohl die Rede darüber seit den späten 1960ern immer dieselbe ist: WG-Mitglieder hören laute Musik, streiten sich gern, bumsen über Kreuz, leben in Sauordnung und lesen unanständig viel. Das tun sie auch in Gilles Jobins «Steak House», doch den Westschweizer Choreografen interessiert weniger der WG-Knatsch, als die Art, wie sich dieser wieder auflöst. Und mit ihm auch das Klischee.
Streitereien verfließen in Zeitlupe, der Sex erstarrt in Posen, ein Paar tanzt, statt Fleisch zu schneiden, mit riesigen Messern, und die Bücher wirbeln wie Frisbees durch die Luft und bleiben, ein seltsames Muster bildend, zerflattert auf dem Boden liegen. Die Ordnung der Dinge wird ständig neu definiert. Und die Musik bisweilen einfach abgeschaltet, wenn die sechs Tänzer wieder und wieder an den großen Knöpfen eines altmodischen Geräts drehen.
Es nennt sich Angus und ist nichts anderes als ein Radio aus den 1950er Jahren mit Plattenspieler obenauf und einem Synthesizer aus dem 21. Jahrhundert im Innern, der das, was vom Vinyl gelesen wird, bearbeitet und verfremdet. Während Angus die Musik von ...
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Carlos Gardel singt jeden Tag schöner, behaupten Tangofans. Isadora Duncan schwingt und wiegt sich jeden Tag schwebender, seit Jules Grandjuan (1875-1968) sie ab 1903 skizzierte und zeichnete. Pausenlos, atemlos, drei Jahrzehnte lang. Grandjuan, Karikaturist, aus der KP verbannter Anarchosyndikalist, Erfinder des politischen Plakats und Zeichner der Arbeitswelt,...
Culture is purely a matter of taste, the huge billboard reminds those arriving in the 2005 European City of Culture. The fact that the statement is part of an advertisement for a major brewing company – a “proud sponsor” – strikes the first warning. Are we about to experience culture not for culture’s sake, but culture for the corporate world’s benefit?
“But isn’t...
Im fliegenden Generationswechsel an der Pariser Opéra verabschieden sich Etoile Elisabeth Maurin und première danseuse Karin Averty. Letzte Auftritte haben beide in Nurejews «Romeo et Juliette», eine Gratisvorstellung am Nationalfeiertag 14. Juli. Maurin wird sich der Ballettschule widmen. Die männlichen Etoiles profitieren von einer Übergangslösung. Nach der...
