Vorschau - Impressum Oktober 2017
Ben J. Riepe
Seine Tanzkunst passt perfekt in den Rahmen der Kunsthalle Düsseldorf, die derzeit ihr 50-jähriges Jubiläum begeht. Dort entsteht gemeinsam mit der Künstlerin Kitty Kraus sein jüngstes Werk, «Carne Vale!», im Anschluss an seine Recherchereise zum Goethe Institut im brasilianischen Salvador de Bahia. Anlass für ein Porträt dieses ungewöhnlich freien Choreografen, der nun auch für das Ballett am Rhein eine Uraufführung vorbereitet.
Gesellschaftstanz
Höfliches Betragen, verlässliche Führung der Dame, feines Gespür für Routen- und Figurenplanung des Herren – Verhaltenslektionen gehören seit der Renaissance zum Unterrichtsstoff jeder Tanzstunde. Aber was wird heute in punkto Knigge eigentlich vermittelt?
Tamara Rojo
Einst fulminante Ballerina des Royal Ballet London, heute fulminante Direktorin des English National Ballet: Tamara Rojo funkelt noch immer im Rampenlicht, aber hinter den Kulissen hat sie Englands wichtigste Tour-Truppe aus der Krisenzone geholt. Porträt einer Eisernen Lady der etwas anderen Art.
Gil Roman
Das Erbe, das dieser Mann verwaltet, ist eine Zentnerlast. Denn der große Maurice Béjart, der vor genau zehn Jahren starb, hat epochale Werke und eine ...
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Tanz Oktober 2017
Rubrik: Vorschau / Der direkte Weg zu tanz, Seite 80
von Red.
Lea ist Lea Moro. Ihr Nachname fehlt dem Titel, ebenso wie ihr Gesicht dem Stück fehlt. Sie zeigt es nicht. Sie ist ein Körper ohne Stirn. Das zu tanzen ist allein ein Kunststück: knapp eine Stunde sich so zu bewegen, dass niemand sieht, wer da tanzt. Sie meidet den Blick, damit wir besser gucken, wie sie ihre Arme über ihre sich hebenden Schultern legt, die sich...
Akt zwei: Hilarion drückt sich auf die Bühne. Keine Spur von Giselles Grab, dafür taucht eine unheimliche Frauengestalt in dunkelrotem Kleid auf. Es ist eine Wili, wie Heinrich Heine sie nannte, korrekt slawisch Víla genannt: der Geist einer Braut, die vor der Hochzeit gestorben ist. Im französischen Ballett «Giselle, ou les Wilis» von 1841 haben Wilis die...
Eine Leinwand wie im Kino. Auch wenn der Vorhang noch geschlossen ist, erkennt man durch den roten Stoff bereits die Umrisse eines Plakats, mit dem einst die Filmversion des Balletts «Das Rote Frauenbataillon» beworben wurde. Davor die vier Protagonistinnen des Abends, die Hände scheinbar gebunden oder zu drohenden Fäusten geballt: Gesten, zu Posen erstarrt, in...
