Vor der Geburt
Eine «ganz freche Geschichte» – und manchmal ist der Abend tatsächlich zum Lachen, wenn sich Erna Ómarsdóttir und Damien Jalet nicht entscheiden können, ob sie mehr Mensch sein wollen oder eher ein Ei. Den Eisprung jedenfalls machen sie wieder rückgängig und saugen das weiße Tuch, das sie umschließt, wie eine Ur-Suppe in sich ein. Es ist nicht die Revolution, die hier ihre Kinder frisst.
Erna Ómarsdóttir und Damien Jalet, die sich bei der Arbeit an «Foi» von Sidi Larbi Cherkaoui «gefunden» haben, verkehren nur die menschliche Evolution in ihr Gegenteil und kriechen zurück in den Uterus, dem sie anfangs schreiend entsteigen. Das Ungeborene widersetzt sich der Geburt. Das groteske Geschöpf zwischen Mann und Frau, Tier und Troll verklumpt seinen doppelten Körper immer wieder in dem undefinierbaren Laken, das ihnen Gabríela Fridriksdóttir (mit Unterstützung ihrer isländischen Kollegin Raven) auf den Leib geschneidert hat.
Die bildende Künstlerin, die gemeinsam mit den beiden Performern und der Stylistin «Òfætt» (Unborn) entworfen hat, kennt sich aus in einem Kosmos, der noch etwas Archaisches hat; das hat sie auf der Biennale in Venedig bewiesen. Hier quellen Erna Ómarsdóttir und Damien ...
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