verteidigt das ensemble
Es gibt keinen Zweifel: Der Tanz hat in den letzten Jahren kulturpolitisch erheblich an Bedeutung gewonnen. Da war wohl der Tanzszene nach einigen Abwicklungen städtischer Kompanien, etwa in Köln, Bonn und Frankfurt/Main, der Schock in die Glieder gefahren.
Oder hat tatsächlich «Rhythm Is It!» mit seinem tanzpädagogischen Hype, der von diesem letztlich wenig nachhaltigen Projekt ausging, den entscheidenden Impuls gesetzt? Immerhin entdeckte dank des gleichnamigen Films auch die Politik, welche Kraft in einem Tanzprojekt mit Jugendlichen steckt, und schrieb sich den Tanz auf die bildungspolitischen Fahnen. Spätestens 2005, nach der Ankündigung von beträchtlichen Geldern für den Tanzplan Deutschland durch die Kulturstiftung des Bundes, erwachten jedenfalls alle lobbyistischen Geister des Tanzes. Immerhin lockten insgesamt 12,5 Millionen Euro, gestreckt über fünf Jahre, also 2,5 Millionen Euro pro Jahr. Das weckte Fantasie sowie Begehrlichkeiten. Man gründete den Dachverband Tanz, und es entstand im Rat für darstellende Kunst und Tanz – einer Sektion des Deutschen Kulturrats – ein Beirat, der sich mit tanzpolitischen Belangen besonders befasst. Zuweilen entsteht dennoch – angesichts ...
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Tanz März 2015
Rubrik: ideen: tanz und politik, Seite 64
von Rolf Bolwin
Sie hat ihren Fortgang aus Roubaix, wo sie die Leitung des Centre chorégraphique national an Olivier Dubois übergeben hat, bestens verdaut. Sie wurde gut aufgefangen, ist für zwei Jahre am Théâtre National de Chaillot als artiste associé untergeschlüpft. Praktisch das gesamte Ensemble hielt Carolyn Carlson die Treue. Künstlerisch scheint sich der Tapetenwechsel...
ausstellung_________
anne teresa de keersmaeker versucht sich an einer getanzten Installation. Unter dem Titel «Work/Travail/Arbeid» erarbeitet sie ihr Stück «Vortex Temporum» aus dem Jahr 2013 neu: Das polyphon strukturierte Werk, das mit der Linearität und dem Zyklus-Charakter von Zeit spielt, setzt sie der radikal anderen zeitlichen und räumlichen Situation...
nachruf_________
eva campianu
Geboren 1927 in Timisoara, Rumänien, wurde sie zur Pionierin in Fragen des historischen Gesellschafts- und Bühnentanzes aus Renaissance, Barock und Biedermeier. Ihre Tochter Andrea, ab 1972 an der Wiener Staatsoper engagiert, tanzte etwa die Elßler’sche «Cachucha» in Campianus Einstudierung. Eva Campianu hatte ab 1938 bei der...
