Verfolgte im Eis
Vor ein paar Wochen feierte die englische Eistänzerin Jayne Torvill ihren 50. Geburtstag. Schwer zu sagen, ob der Name allein genügt hätte, um mit dieser Nachricht in den Meldungsspalten zu landen. Aber er ist verbunden mit dem ihres langjährigen Tanzpartners Christopher Dean und mit der unvergesslichen Kür nach Maurice Ravels «Bolero». Jener Tanz, mit dem die Engländer 1984 Welt- und Europameister wurden und mit dem sie den Olympischen Winterspielen in Sarajevo vier innige, traumschöne Minuten schenkten.
Es war ein Triumph der choreografischen Freiheit – einer Freiheit, die es heute nicht mehr gibt.
Eistanz ist lange Zeit das spät entwickelte Stiefkind der Sportart Eiskunstlauf gewesen. Die ersten Weltmeister der Herren wurden schon im 19. Jahrhundert gekürt (1896), die Damen folgten zehn Jahre später, und Paarlauf feierte Premiere anno 1908. Erst mehr als vierzig Jahre danach folgte der Eistanz und war fast zwei Jahrzehnte lang eine ziemlich steife Angelegenheit; Parkett-Tanz auf Kufen, sehr aufrecht und geordnet. Die ersten englischen Sieger in den 1950er Jahren bewegten sich bisweilen, als hätten sie Regenschirme verschluckt; ein Tango führte sie an die Grenzen ihres ...
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Saskia Hölbling erklärt sich selbst, ihre Kompanie, ihre Begegnungen und ihre Werke von «Chat Gap» (1999) bis «Your Body is the Shoreline» (2005) auf der DVD «DANS.KIAS.DOC». Diese bietet wenig interaktives Spielpotenzial, gibt aber Einblick in das Werk einer radikalen Künstlerin. Ob getanzter Vortrag über Geometrie des Raums oder Geometrie des befreiten...
Ein Würfel hat sechs Seiten. Wenn auf jeder der sechs Flächen eines Quaders je ein Fragment von sechs verschiedenen Bildern zu sehen ist, dann gewähren erst sechs Würfel – in der richtigen Kombination und Seite an Seite – einen Blick auf je ein vollständiges Bild. Von diesem Spiel fasziniert, übersetzt die Compagnie Nomades für ihren «Peter und der Wolf» im Théâtre...
Eis ist ein irres Zeug. Es bringt den Körper aus der Balance. Es beschleunigt den Tänzer auf Tempo 40. Martin Schläpfer, Mainzer Ballettchef und Eiskunstläufer in seiner Jugend, entdeckte, wie sich der Körper «regelrecht in den Raum frisst und schraubt». In Schläpfers Jugend gewann ein Kunstmaler aus Toronto, Toller Cranston, die Weltmeisterschaft in München. Er...
