Kinder, gebt nichts auf Glamour
«Unfassbar provinziell» seien Jürgen Roses Bühnenbilder, «fadenscheinig und verschlissen» wie nach mehreren Saisons und Tourneen sähen sie aus; an Egon Madsen sei sein blendendes Aussehen das Beste, Ray Barra wirke wie ein «etwas heruntergekommener Don Giovanni». Márcia Haydée machte den Kritiker nicht glücklich, allenfalls Anita Cardus gebe eine «legitime Puschkin-Figur» ab. Die Rede ist von der Stuttgarter Uraufführung von John Crankos «Onegin» 1965, der Text erschien am 15. April des Jahres in der Stuttgarter Zeitung unter der Überschrift «Ein Ärgernis».
Das Debussy-Stück «Brouillards» wurde ein «Programmfüller» genannt. Wenig Federlesen machte damals die Großkritik zwischen 1961 und 1973. Tage bevor Cranko starb, spitzte in New York Anna Kisselgoff ihren Bleistift, schrieb Birgit Keil für ihre Odette in Grund und Boden. Da protestierte das amerikanische Publikum und schickte körbeweise wütende Leserbriefe zu ihrer Verteidigung. Der Mann, der den Begriff «Stuttgarter Ballettwunder» prägte, war kein Deutscher, sondern der amerikanische Gegenspieler Kisselgoffs: Clive Barnes.
Über das zweite Shakespeare-Ballett Crankos hieß es, ein «wegweisender Beitrag zum zeitgenössischen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Sie sind ein Star, 21 Jahre alt, haben einige Preise erhalten, wurden von den Kritikern der Zeitschrift ballet-tanz als eine der besten Tänzerinnen nominiert. Wie verkraftet man einen solchen Erfolg? Ich kann nicht sagen, dass ich diesen Erfolg um mich herum registriere. Für mich ist es schieres Glück, wenn die Vorstellung läuft, ich auf der Bühne stehe und mir die...
This is inspired, expressive and exhilarat-ing. I’ve said it before, and it bears repeating: hers is a glorious and charged landscape where physicality triumphs over all. For this impressive work, she’s put together a stellar cast of some of Canada’s best contemporary dancers (Eric Beauchesne, Francine Liboiron, Yannick Matthon, Anne Plamondon, Victor Quijada, Pite...
Vor ein paar Wochen feierte die englische Eistänzerin Jayne Torvill ihren 50. Geburtstag. Schwer zu sagen, ob der Name allein genügt hätte, um mit dieser Nachricht in den Meldungsspalten zu landen. Aber er ist verbunden mit dem ihres langjährigen Tanzpartners Christopher Dean und mit der unvergesslichen Kür nach Maurice Ravels «Bolero». Jener Tanz, mit dem die...
