Vaterfreuden

Die Choreografen Ben J. Riepe und Daniel Ernesto Müller sind ein Paar. Vor fünf Jahren kam ein Kind dazu. Impressionen aus dem Alltag einer Künstlerfamilie.

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Plötzlich ein lauter Knall. Ich stehe in einer ruhigen Straße. Blick aufs Handy-Display. Die Navigation zeigt mir, dass ich praktisch am Ziel sein muss. Eben war niemand zu sehen, jetzt dieser Rumms. Ein kleiner Junge ist mit dem Fahrrad gegen eine Haustür gefahren. Wild gelockter Blondschopf, der im Nacken mit einem Gummi zum dicken langen Zopf gebändigt ist. Frecher Blick, gleich ein Kommentar parat: «Ich kenne das, da redest du rein», sagt er und zeigt auf mein Aufnahmegerät.

Jetzt bin ich mir sicher: Hier bin ich richtig, und ich stehe der Hauptperson meines Artikels schon gegenüber: Dean, sieben Jahre alt, Pflegesohn von Daniel Ernesto Müller und Ben J. Riepe. Beide Choreografen, schwul, seit fünf Jahren Eltern. Eine schwierige, eine glückliche Geschichte.

«Wir waren fünf Jahre lang schwanger und wussten nicht, ob wir ein Kind kriegen würden.» Das sagt Ben J. Riepe einmal während unseres zweistündigen, offenen Gesprächs über die lange Zeit des Recherchierens, Redens, Ämter-Abklapperns. Auch eine Zeit des Performens: nicht auf der Bühne, sondern auf den Behörden in der Rolle des «absolut gefestigten Traumpaares», um zu überzeugen: «Wir können Väter!» Und eine Zeit des Wartens, ...

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Tanz März 2022
Rubrik: Familie, Seite 50
von Nicole Strecker

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