Vater, Bruder, Mensch

Sidi Larbi Cherkaouis «Ihsane» ist eine persönliche Spurensuche, ein bildmächtiges Narrativ und eine Reise in den Tod

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Es ist der nahezu klassische Verlauf choreografischer Karrieren, wenn sie kraftvoll abheben: ein Auftrag folgt dem anderen, die Häuser reißen sich um den Newcomer (m/w/d), es gibt den ersten, zweiten, dritten Preis – und plötzlich taucht der Name auf zahlreichen Spielplänen auf. Wird auf Festivals hoch gehandelt, im internationalen Betrieb herumgereicht. Auf die Entdeckung folgt der Hype, und damit beginnt die Zitterpartie.

Wer will es jungen Künstler*innen verdenken, wenn sie keine Offerte ausschlagen, aus dem guten einen goldenen Lauf machen wollen? Was allerdings in den seltensten Fällen dauerhaft und nachhaltig gelingt. Viel eher droht die Wiederholungsschleife, geschnürt mit tatkräftiger Unterstützung eines Assistent*innen-Geschwaders, das die zeitlich begrenzten Gastspiele von Urheber oder Urheberin vor- und nachbereitet. Es schmerzt, wenn sich großartige Talente, hochbegabte Künstler*innen auf diese Weise verausgaben, bis irgendwann ihre Fantasie auf der Strecke bleibt. Der Choreograf Sidi Larbi Cherkaoui schien eine Zeit lang zu den einschlägig gefährdeten Kandidat*innen zu gehören – kein Einzelfall, wie ein europäischer Rundblick verrät, der zeigt, dass auch derzeit ...

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Tanz Januar 2025
Rubrik: Produktionen, Seite 6
von Dorion Weickmann

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