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Unter den Liebesdramen ist «Romeo und Julia» der Klassiker schlechthin – und in der laufenden Saison an vielen Häusern vertreten (tanz 12/24). Sergej Prokofjews Ballett, das er 1935 im Auftrag des Bolschoi auf ein Libretto von Adrian Piotrowski und Sergej Radlow unter Mitwirkung von Boris Assafjew im Gästehaus des Theaters in Polenowo bei Moskau schrieb, folgt Shakespeares Handlung.
Am Saarländischen Staatstheater in Saarbrücken rufen nun Ballettchef Stijn Celis und sein Bühnenbildner Sebastian Hannak interessante Assoziationen wach: Sie zeigen eine stilisierte Renaissance, angelehnt an die puristische Ästhetik der 1920er-Jahre.
Eine Freitreppe und hohe weiße Portale mit halbrunden Bögen ragen in schlanken Linien in den dunklen Nachthimmel, als sich zu mitreißendgeschmeidigem Streicherglanz der Vorhang hebt. Die Leitthemen treten im plastischen Spiel des Orchesters klar hervor, auch Choreograf Stijn Celis setzt auf eine geradlinige Erzählung, in der sowohl die Geschichte als auch die Gefühlswelten der Charaktere lebendig werden. Schnörkellos ist sein Tanzstil, der Elemente des klassischen Balletts zitiert und sie mit Ausdruckstanz zu einer höchst expressiven Körpersprache ...
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Tanz Januar 2025
Rubrik: Produktionen, Seite 10
von Konstanze Führlbeck
CD des Monats
MINIMALIST
«Weniger ist mehr»: Nicht zufällig wird im Booklet die Gedichtzeile von Robert Browning zitiert, trifft die Formulierung doch grundsätzlich auf minimalistische Musik zu. Im Zusammenhang mit der CD des Monats steht sie aber ganz besonders für ein so weltberühmtes Werk wie «Canto Ostinato», das Simeon ten Holt so komponiert hat, dass es je...
Keine Künstlerin, kein Künstler der freien Szene bleibt von den Kürzungen im Kulturetat verschont. Auch wenn Einzelne noch gefördert werden: Die Einschnitte sorgen längst dafür, dass sich unter den Kulturschaffenden der Hauptstadt ein Gefühl äußerster Hoffnungslosigkeit breit macht. Das ist dramatisch und traurig. Insbesondere wenn man die Anstrengungen bedenkt,...
1993 beschrieb Hans Magnus Enzensberger im Essay «Aussichten auf den Bürgerkrieg» das Bahnabteil als gesellschaftlichen Mikrokosmos: Zunehmend panisch reagieren die Reisenden, wenn jemand Neues zusteigt, wichtig ist, dass nicht zu viele kommen und vor allem, wer da kommt. Und zumindest das Modell des Abteils als Gesellschaft im Kleinen hat Emilie Leriche für «The...
