václav kunesˇ
Er ist ohne Zweifel geprägt von seiner Zeit als Tänzer des Nederlands Dans Theater 1 und als Assistent Jirˇí Kyliáns. Aber auch aus seiner Zeit bei Saburo Teshigawara finden sich Spuren in seinen raffinierten Pas de deux mit seiner Partnerin Nataša Novotná. Die strotzen nur so vor Leichtigkeit, psychologischer Wahrheit und der Freiheit, mit sich selbst, dem eigenen tänzerischen Vokabular, der dargestellten Beziehung ironisch und spielerisch umzugehen, in traumwandlerischer Sicherheit, so natürlich wie ein Atemzug oder ein Herzschlag.
Immer wieder schaffen sie es, eine Illusion von Schwerelosigkeit zu vermitteln. In immer neuen, unvorhersehbaren Wendungen verleihen sie ihrer Beziehung eine Authentizität, die sie jenseits aller Fragen nach choreografischen Kategorien katapultiert. Dies ist wohl die lebendigste Synthese aus klassischer Technik und zeitgenössischem Denken, die überhaupt zu erzielen ist. Da können sie auf Verfremdungseffekte setzen, die ihre Figuren nur umso authentischer erlebbar machen und die so auch nie zur Illustration oder zur Mime greifen müssen, um vor dem Auge des Zuschauers konkrete Situationen zum Leben zu erwecken. Tiefste Recherche erscheint wie purer ...
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Tanz Jahrbuch 2011
Rubrik: Die Hoffnungsträger, Seite 146
von Thomas Kuhn
Die Stuttgarter Tanzszene ist ein starres Gefüge. Sie tut sich schwer im Schatten des Stuttgarter Balletts, der mit Eric Gauthiers Kompanie inzwischen bis ins Theaterhaus reicht. Die Nischen und Namen der freien Szene sind vertraut. So wirkte das Auftauchen von Nicki Liszta wie in einem Western, wenn ein Fremder durch die Saloontür tritt und den Colt auf den...
Wer sind diese Leute, die in der riesigen arabischsprachigen Region das Fähnlein des zeitgenössischen Tanzes hissen? Es sind nicht viele, aber es werden mehr. So begeisterten sich etliche von ihnen 2009 für die Idee eines Verbands, der ihre Belange vertreten, sie alle sichtbarer und auffindbar machen, Informationsaustausch und Dokumentation fördern und dann auch...
Gegen Ende des Stücks nähert sich der Cellist der barbusigen Tänzerin, bespielt nun ihren Körper, wie er es zuvor mit seinem Instrument getan hat: zärtlich, energisch, demutsvoll. Dieses Bild ist voll Erotik und sublimer tänzerischer Strenge. Anna Konjetzky hat es ersonnen und lässt mit ihm ihr Stück «Tagebuch – si un jour tu décides de partir» aus dem Jahr 2008...
