václav kunesˇ
Er ist ohne Zweifel geprägt von seiner Zeit als Tänzer des Nederlands Dans Theater 1 und als Assistent Jirˇí Kyliáns. Aber auch aus seiner Zeit bei Saburo Teshigawara finden sich Spuren in seinen raffinierten Pas de deux mit seiner Partnerin Nataša Novotná. Die strotzen nur so vor Leichtigkeit, psychologischer Wahrheit und der Freiheit, mit sich selbst, dem eigenen tänzerischen Vokabular, der dargestellten Beziehung ironisch und spielerisch umzugehen, in traumwandlerischer Sicherheit, so natürlich wie ein Atemzug oder ein Herzschlag.
Immer wieder schaffen sie es, eine Illusion von Schwerelosigkeit zu vermitteln. In immer neuen, unvorhersehbaren Wendungen verleihen sie ihrer Beziehung eine Authentizität, die sie jenseits aller Fragen nach choreografischen Kategorien katapultiert. Dies ist wohl die lebendigste Synthese aus klassischer Technik und zeitgenössischem Denken, die überhaupt zu erzielen ist. Da können sie auf Verfremdungseffekte setzen, die ihre Figuren nur umso authentischer erlebbar machen und die so auch nie zur Illustration oder zur Mime greifen müssen, um vor dem Auge des Zuschauers konkrete Situationen zum Leben zu erwecken. Tiefste Recherche erscheint wie purer ...
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Tanz Jahrbuch 2011
Rubrik: Die Hoffnungsträger, Seite 146
von Thomas Kuhn
Marcia Breuer, wie und warum wird man Tanzfotograf?
Ich habe die Berufsausbildung zur klassischen Tänzerin in Stuttgart absolviert und einige Jahre im Beruf gearbeitet. Zum Ende meiner tänzerischen Laufbahn hatte ich bereits zu fotografieren begonnen und bekam die Möglichkeit, an einigen Programmheften des Stuttgarter Balletts fotografisch mitzuarbeiten. Hieraus...
Esther Dreesen-Schaback, Dramaturgen haben einen notorisch schlechten Ruf, gelten allenfalls als brauchbare Textlieferanten fürs Programmheft. Was hat Sie an diesem Beruf gereizt?
Ich habe als Jugendliche intensiv Ballett trainiert, wollte aber unbedingt Literatur studieren. Während des Studiums war mir schnell klar, dass ich fürs Theater arbeiten will. Da gab es...
Von Rudolf dem Großen (alias Nurejew) geht die Sage, er habe rücklings seine Pomuskeln spielen lassen, sobald der Publikumsblick etwas zu lang auf der jeweiligen Ballerina verweilte. Der erotische Mehrwert des Hinternspektakels soll dem Vernehmen nach jede noch so verführerische weibliche Rundung in den Schatten gestellt haben. Nicht von ungefähr kommt einem genau...
