Urs Dietrichs «Infini»
Tödlich erschrocken stürzt die Frau durch den Zuschauerraum auf die Bühne, trommelt in wilder Angst gegen den eisernen Vorhang. Der öffnet sich. Dunkel verschlingt sie. Auch Kunst vermag nicht Trost oder Zuflucht zu spenden. Sie ist rachenartig, ein schwarzes Loch. Speit Menschen aus und saugt sie wieder auf. Mit «Infini» nimmt Urs Dietrich seinen Abschied als künstlerischer Direktor des Bremer Tanztheaters. Ein Ende, und kein Ende. Er bleibt als Choreograf in Residenz dem neu formierten Ensemble (vier Tänzer gehen) verbunden.
Es kooperiert künftig unter dem Dach der Tanzcom-pagnie Nordwest mit dem Tanzensemble am Staatstheater Oldenburg, geleitet von Kulturmanager Honne Dohrmann und Dramaturgin Patricia Stöckemann. Der scheidende Intendant Klaus Pierwoß fürchtet um das künstlerische Eigenprofil und bezeichnete die Dietrich-Uraufführung als «nicht ganz zufälliges letztes künstlerisches Lebenszeichen eines Bremer Tanztheaters, das es so nicht mehr geben wird.»
«Infini» – eine albtraumhaft lastende Ansicht des unendlichen Leidens in der Welt zu Gioacchino Rossinis selten musizierter und noch nie im Theater inszenierter «Petite Messe Solennelle» – repräsentiert ein Konzentrat von ...
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