Ungeduldet: Hassan und Lial Akkouch
Am 8. Mai stand der Fall ganzseitig in der «taz»: Die Break-Tänzer Hassan und Lial Akkouch sollen aus Deutschland abgeschoben werden. An ihrer tänzerischen Qualität ist nicht zu zweifeln. Die bei Constanza Macras und ihrer Kompanie Dorky Park beteiligten Geschwister sollen in den Libanon «zurück», obwohl sie seit 16 Jahren in Deutschland leben, heißt: Sie werden faktisch ausgesetzt, weil sie den Libanon nicht kennen. Nach deutschem Gesetz sind sie «geduldet». Damit ist nur ein Schulbesuch, aber keine Berufsausbildung oder Arbeit erlaubt.
Hassan, 17, und seine Schwester Lial, 18, machen sich strafbar, wenn sie in Constanza Macras’ Berliner Inszenierung «Scratch Neukölln» tanzen oder bei den dortigen sophiensælen, wie angeboten, einen Ausbildungsvertrag annehmen. Dass dieses Gesetz kontraproduktiv wirkt zum politischen Willen der «Integration» von in Deutschland aufgewachsenen Ausländern, ist sogar Politikern bewusst. Überdies muss die Frage lauten, ob Talent und der Erfolg junger in Deutschland lebender Tänzer nicht an sich Werte darstellen, die schützenswert sind. Am 8. September veranstalten das HAU und Dorky Park ein Benefiz, um die beiden vor der ab 9. Oktober geplanten ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Eine Welle des Erstaunens, sogar des Entsetzens ging durch die Tanzwelt Belgiens, als bekannt wurde, dass Peter De Caluwé, der neue Direktor der nationalen Oper De Munt, beschlossen hatte, Rosas nicht mehr als festes Ensemble im Haus zu behalten. Auch keine andere Tanzkompanie. De Caluwé bricht mit einer langen, einzigartigen Tradition, die mit Maurice Béjart...
Denken in der Kunst hat keinen guten Ruf. Einerseits. Zu viel konzeptueller Tanz, zu kopfiges Theater, all das in-progress-Zeugs, zu wenig Schönheit, zu wenig Gefühl, zu wenig Fleisch und Blut. Andererseits: Denken in der Kunst steht hoch im Kurs. Kaum ein Theater, das sich nicht ein Lab gönnen würde, eine Akademie, ein educational oder research programme....
Kein Blick zurück im Zorn? Warum denn? Wohl muss Enno Markwart, seit August 1997 Rektor der Palucca Schule Dresden, Ende des Semesters gehen – aber nur, weil ein sächsisches Gesetz nach drei Amtsperioden keine Weiterbeschäftigung erlaubt. «Ich habe eine persönliche Bindung an die Schule», räumt er freimütig ein, «und deshalb bin ich mir sicher: die schweren Stunden...
