Umsonst & Draussen
befinden sich die besten Plätze. Seit Jahr und Tag gilt das für die Rockmusik, für das Freilufttheater, für den Tanz. Bei ihm hat die Frischluft schon aus Tradition einen rebellischen Aspekt. Die legendäre New Yorker Judson Church kletterte die Hauswände hoch. Zuletzt ließ die Berliner Choreografin Be Van Vark in «Urban Delights» alles – vom Alex bis zum Stahlgerippe des Volkspalasts – betanzen. Diese «Eroberung des öffentlichen Raums», wie sie seit vierzig Jahren genannt wird, hat auch was Trauriges. Verlässt der Tanz doch die subventionierten Öfen.
Setzt sein Publikum auf Bierbänke. Aber mal positiv gedacht: Erobert der Tanz so nicht genau die Plätze, die man früher «Allmende» nannte: Orte, auf die niemand Anspruch nur für sich hat: Märkte, Parkanlagen, Straßen, die längst viel zu euphemistisch der «öffentliche Raum» genannt werden? Heute sind sie privatisiert wie Bahnhöfe und Einkaufszentren oder unterstehen durchs Ordnungsamt einem Recht, das immer minutiöser definiert, was im öffentlichen «Kulturbesitz» geschehen darf. Immer weniger.
Vielleicht kein Wunder, dass mit zunehmender Ordnung im gemeinschaftlich nutzbaren Raum – eben der Allmende – der größte Irritator, der Tanz, ...
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