Umdeutung
Grauer Pullover, orangefarbene Müllmannhosen, Käppi und Boots in denselben Farbtönen, eine verspiegelte runde Brille – das Foto zu ihrer Performance «Beyond the Breakwater» zeigt Claire Cunningham sehr cool am gleichnamigen Strand der US-amerikanischen Ostküste. Es ist vor allem die Dynamik ihrer Bewegung, die das Bild so außergewöhnlich macht: Der Körper bildet eine schwungvolle Linie zwischen Erde und Himmel, neigt sich in atemberaubender Schräglage zugleich dem Betrachtenden und dem Boden zu.
Die eine Krücke steht fast senkrecht im Kies, die andere wird von der Performerin in einem spitzen Winkel aufgesetzt. Eine perfekte Balance zwischen vier Punkten, die die Erde berühren.
Tatsächlich sagt Claire Cunningham, sie habe vier Beine statt zwei – und wer sie tanzen sieht, weiß, was sie meint. Die schottische Performerin hat eine ungeheuer leichtfüßige Art entwickelt, mit ihren Krücken zu tanzen und zu improvisieren. Wie keine zweite schwingt sie elegant um sie herum, kann sich mühelos im Flow mit ihnen bewegen, auf virtuose Weise den Raum durchmessen, hoch schaukeln, sanft landen. In «The Way You Look (at Me) Tonight» (tanz 11/16), ihrem zu Recht hochgelobten Duett mit Jess Curtis, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Oktober 2021
Rubrik: Menschen, Seite 24
von Elisabeth Nehring
Notarzteinsatz in der Rue Barbet-de-Jouy 11, einen Katzensprung vom Hôtel des Invalides entfernt. Paris liegt noch im Schlaf, als Rettungskräfte am Pfingstsamstag, 29. Mai 1982, vorfahren. Gerufen hat sie Laurent Pétin, der Lebensgefährte von Romy Schneider (1938-1982). Er hat die Schauspielerin tot aufgefunden: zusammengebrochen über einem Blatt Papier. Irgendwo...
FILMS.DANCE
Alessandro Giaquinto ist ein Multitalent: Tänzer beim Stuttgarter Ballett, Romancier und Lyriker, zudem als Choreograf unterwegs. In dieser Mission hat er gerade für die Website films.dance einen Kurzfilm mit dem Quäntchen tänzerischer Raffinesse bestückt, das die Geschichte erst so richtig ins Laufen bringt: «Do Butterflies Remember Being Caterpillars»...
Als Olimpia ist sie in Stuttgart unvergessen. 2006 verkörperte Maria Eichwald die «lebende» Puppe in dem Ballett «Der Sandmann». Christian Spuck erinnert sich noch gut an den schwierigen Part: «In der Rolle ging es darum, einen Automaten im Sinne der Romantik darzustellen. Das geschah zu allererst über eine perfekte, aber künstliche Koordination. Dies sichtbar zu...
