Umdeutung
Grauer Pullover, orangefarbene Müllmannhosen, Käppi und Boots in denselben Farbtönen, eine verspiegelte runde Brille – das Foto zu ihrer Performance «Beyond the Breakwater» zeigt Claire Cunningham sehr cool am gleichnamigen Strand der US-amerikanischen Ostküste. Es ist vor allem die Dynamik ihrer Bewegung, die das Bild so außergewöhnlich macht: Der Körper bildet eine schwungvolle Linie zwischen Erde und Himmel, neigt sich in atemberaubender Schräglage zugleich dem Betrachtenden und dem Boden zu.
Die eine Krücke steht fast senkrecht im Kies, die andere wird von der Performerin in einem spitzen Winkel aufgesetzt. Eine perfekte Balance zwischen vier Punkten, die die Erde berühren.
Tatsächlich sagt Claire Cunningham, sie habe vier Beine statt zwei – und wer sie tanzen sieht, weiß, was sie meint. Die schottische Performerin hat eine ungeheuer leichtfüßige Art entwickelt, mit ihren Krücken zu tanzen und zu improvisieren. Wie keine zweite schwingt sie elegant um sie herum, kann sich mühelos im Flow mit ihnen bewegen, auf virtuose Weise den Raum durchmessen, hoch schaukeln, sanft landen. In «The Way You Look (at Me) Tonight» (tanz 11/16), ihrem zu Recht hochgelobten Duett mit Jess Curtis, ...
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Tanz Oktober 2021
Rubrik: Menschen, Seite 24
von Elisabeth Nehring
Um «Schwanensee» machen sie sonst einen großen Bogen, die vier modernen Choreografen, die Eric Gauthier zu Variationen auf den Klassiker eingeladen hat. Und doch ist ihre Auseinandersetzung mit dem alten Schinken oft deutlich tiefgehender, als man erwarten würde.
Marie Chouinard, die ihrer eigenen Kompanie in Montréal nur höchst selten fremdgeht, ist ganz direkt:...
Deutschland
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Sechzig Jahre und kein bisschen leise: In ihrem jüngsten, beim «Kunstfest Weimar» uraufgeführten Stück «I am 60» berichtet Wen Hui über ihre Familie und die wiederholt versuchte Befreiung der Frau im Reich der Mitte. In Europa kennen wir die Gründerin der ersten zeitgenössischen Tanzkompanie Chinas, des Living Dance Studio, seit ihren Erfolgsstücken «Report on...
