Tribe is vibe
Er spielt weder den Revoluzzer noch den tanzpolitischen Didaktiker. Aber bürgerlich? Oder angepasst? Das ist Marco da Silva Ferreira gewiss nicht. Flashy, trendig, tribal sind Adjektive, in denen Portugals neuer Vorzeige-Choreograf sich erkennen dürfte. Was er mag, das ist: Mode, Clubbing, das Gefühl der Zusammengehörigkeit, ein urbaner Tribalismus und persönliche Identität, die sich von gängigen Genderbildern zu emanzipieren versteht.
Der Star aus der Portwein-Metropole stammt ursprünglich aus dem unmittelbar südlich von Porto gelegenen Santa Maria da Feira, entwickelte sich zunächst zum Hochleistungsschwimmer und begann 2004, Hip-Hop zu praktizieren. Freundete sich mit Afrotanz-Stilen an und beschloss 2008, eine Karriere als professioneller Tänzer zu beginnen. Zwar hatte er währenddessen Physiotherapie studiert, doch den Beruf übte er nie aus.
2009 gewann er gar in Porto die Eurobattle des Hip-Hop. Kategorie: New Style. Was sonst? Ein Jahr später nahm er an der portugiesischen Ausgabe des Wettbewerbs «So You Think You Can Dance» teil. Und gewann auch dort. Und obwohl er als Jugendlicher nicht Breakdance, sondern die aufrecht getanzten urbanen Stile praktizierte, obwohl er sich ...
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Tanz August-September 2023
Rubrik: Tanz im August, Seite 14
von Thomas Hahn
Im vergangenen Jahr ist die in Kuba geborene US-amerikanische Malerin Carmen Herrera im Alter von 106 Jahren gestorben. Ihre abstrakt-geometrischen Formen, die an Landschaften mit Fluchtpunkten erinnern, bilden den Prospekt für Wayne McGregors Kreation «Untitled, 23». Zwei vergrößerte Gemälde und eine schlichte weiße Skulptur, die wie die Ecke eines Bilderrahmens...
Kein Abschied. Jedenfalls nicht für Jean-Christophe Maillot. «Les Adieux» heißt das Stück, mit dem sich im Dezember 1986 der damalige Direktor des Centre Chorégraphique National de Tours an seiner späteren Arbeitsstätte vorstellt: ein Ballett, choreografiert zu Haydns Abschiedssymphonie, das sicher nicht die Welt «bewegt», aber dem gerade mal 26-Jährigen immerhin...
Alistair Spalding hatte die 40 bereits überschritten, als er zum ersten Mal mit einer Arbeit von Pina Bausch in Berührung kam. «Ich hatte noch nichts von ihr gesehen, bis ihr Stück ‹Viktor› ans Sadler‘s Wells kam. Das war 1998», erinnert er sich. «Damals bekam man Pinas Arbeiten in Großbritannien so gut wie nicht zu Gesicht, außer man besuchte das «Edinburgh...
