Transparenz

Zukunftsweisende Führungskultur, auf den Punkt gebracht von Dagmar Birke und Claudia Henne

Tanz - Logo

Dagmar Birke, Sie sind Coach und werden gerufen, wenn Systeme entgleisen, Konflikte sich nicht mehr unter den Tisch kehren lassen. Was ist bis dahin passiert? 
Meistens werde ich sehr spät kontaktiert, denn egal ob im Theater oder in der Industrie – es gibt immer sehr viele Strategien, die wir in Anschlag bringen, die wir kennen und das geht bis zu «…war da was?» Bis es eben nicht mehr geht. Dann wird der «Notruf» abgesetzt. Weil Systeme blockieren oder geräuschvoll aufeinandertreffen.

«Systeme» klingt so theoretisch – im Klartext: Menschen, Teams, die gut zusammenarbeiten müssten, fehlt die Kommunikation. Weil Menschen, die sich nicht mehr wohl fühlen, auch nicht mehr miteinander reden. Dann schwelt der Konflikt. Er wird wie die berühmte Leiche im Keller mitgeschleppt. Wenn ich in den letzten Jahren gerufen wurde, hatte es immer damit zu tun, dass durch irgendein Ereignis von außen die bis dato aufgelaufenen Konflikte aufbrachen. In dem Moment versagen bisher angewandte Techniken. Dann braucht man jemanden von außen. Das war früher anders …

… inwiefern? 
Weil in Führungspositionen Menschen saßen, die damit umgehen konnten. Nicht alle natürlich. Aber heutzutage – warum auch immer, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Jahrbuch 2024
Rubrik: Macht, Seite 42
von Dagmar Birke und Claudia Henne

Weitere Beiträge
Profil

Martin Schläpfer, wir haben es zusehends mit der Diskussion zu tun, wer an der Spitze eines Ensembles stehen soll: Choreograf*in, Ex-Tänzer*in, Kurator*in, Team? Wie sehen Sie das? 
In der richtigen Qualität und mit der dementsprechenden Expertise ausgeführt, sind alle Modelle möglich und sinnvoll – allerdings gewichten sie verschieden, stellen unterschiedliche...

No Principal

Das Opera Ballet Vlaanderen hat die internen Hierarchien abgeschafft. In den Programmheften stehen unter den Fotos der Tänzerinnen und Tänzer keine Ränge mehr. Alle sind jetzt sozusagen Principals, oder alle sind Mitglieder des Corps de ballet – je nachdem, wie man es betrachten möchte. Was eher ins Auge sticht, ist die Diversität des Programms selbst: Die Kompanie...

Best friends

Sie beide sind ein gutes Beispiel dafür, wie man sich in der Ballettwelt, im Beruf, ein machtfreies Inselchen schaffen kann: Seit dieser Saison sind Sie Mitglieder des neu sortierten Berliner Staatsballetts, kein Paar – sondern allerbeste Freunde. Wie muss man sich überhaupt die Zusammenarbeit innerhalb einer Ballettkompanie vorstellen?
Chloe Capulong: Das...