Latenz
Braucht Tanz einen Kanon? Gibt es ihn? Und wenn ja: Wie gehen wir damit um? «Jeder Kanon entsteht mit einem Trennungsstrich. Er erzeugt unweigerlich eine Dialektik zwischen dem, was hineinkommt und dem, was draußen bleibt», so der Soziologe Alois Hahn. Die Archivierung von Performance, von Events und Zeitkünsten ist eine besondere Herausforderung, denn sie wirft spezifische Probleme und kritische Fragen auf, zu Kriterien der Auswahl, zu institutionellen und kuratorischen Politiken und vor allem zum Umgang mit einem Material, das stets nur lückenhaft ist.
Anders als die Überlieferung und Archivierung von Literatur, Bildenden Künsten oder historischen Dokumenten – schriftbasiert die einen, als Bild- oder Architektur-Monumente überdauernd die anderen –, sind die Produktionen von Zeit-Künsten flüchtig. In der Gesamtform ihrer Aufführung, die immer auch das Publikum einschließt, sind sie kaum archivierbar. Denn selbst per audiovisueller Aufzeichnung geht Performance als sinnliches Raum-Zeit-Gesamt-Ereignis nicht in die Blackbox des Archivs ein.
Archive sind Magazine, Aufbewahrungsorte von Sammlungen. Doch: Was landet in Archiven? Und welche Kriterien bestimmen die Auswahl? Welche ...
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Tanz Jahrbuch 2024
Rubrik: Macht, Seite 92
von Gabriele Brandstetter
Kürzungen allenthalben, bis hin zur Opéra in Paris. Aber Protestwellen, gar Streiks? Nicht in Sicht
Lange hatte man in Paris geglaubt, das Schlimmste dieses olympischen Kultursommers sei die Anbiederung nahezu sämtlicher Theater an das überbordende Narrativ der athletischen Glückseligkeit. Nebenbei hatte man sich auf wirre Debatten über Sinn oder Unsinn, Nutzen...
If we must speak truth to power is power then untrue?
The power of a body. The power of bodies.
The power of dancers. The power of dancing.
The power of choreographers.
The power of music. The power of no music. The power of noise. The power of silence. The power of the ensemble. The power of the soloist. The power of the empty stage. The power of polyphony. The...
«ARTE Mediathek – viel mehr als TV», so bewirbt der deutsch-französische Kanal seine Plattform im Netz, und das ist nicht übertrieben. Denn wer die Rubrik «ARTE Concert» anklickt, kann sich viel Tanz anschauen, ohne einen Fuß vor die Tür zu setzen. In Lyon dabei sein, wo Marcos Morau Tschaikowskys «Dornröschen» inszeniert hat. Oder in Genf, wo Sidi Larbi Cherkaoui...
