transmedial...
Veränderungen beginnen meist im Verborgenen. Etwa weil sich einige der Bedingungen tief im Inneren eines Systems verschieben, die dieses zusammenhalten. Zunächst hat sich nur eine Spannung aufgebaut, die kaum messbar ist, mit der Zeit aber wachsende Unregelmäßigkeiten erzeugt. Retrospektiv wird festgestellt werden, dass sich die kleine Wirkung in eine kleine Ursache für eine unvorhersehbar gewesene Kettenreaktion verwandelt hat, an deren Ende die Wirklichkeit sich erstaunlich verändert hat.
Interessant ist nicht nur, die Bewegungen und Verläufe solcher Veränderungen zu beobachten, sondern auch herauszufinden, ob der Wandel nun real stattfindet oder nur in der Wahrnehmung. Wer denkt schon selbstverständlich daran, dass, wer sicher im bequemen Sessel sitzt, in Wirklichkeit mit atemberaubender Geschwindigkeit und in Spiralen durch das Weltall bewegt wird und dass auch der Boden unter dem Sitzfleisch ständig in Bewegung ist und dass das Sitzfleisch nach etwa sieben Jahren auch nicht mehr dasselbe ist, weil alle Körperzellen durch neue ersetzt sind?
Irren ist nicht Irrsinn
Tanz kann eine Schule der Wahrnehmung sein. Wer sich mit ihm beschäftigt, lernt nicht nur, in solchen Dynamiken zu ...
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Tanz Juli 2011
Rubrik: ideen, Seite 60
von Helmut Ploebst
...fallen jeden Sommer bei uns ein. Sie tanzen makellos in den ersten Häusern der Stadt, deren Ensembles das Weite im Urlaub suchen. Sie heißen Pilobolus, bekannt aus «Wetten, dass …?», oder Alvin Ailey, bekannt für schwarze Schönheit. Die reine Weiblichkeit mit karibischem Flair, wie es die kleinere Kompanie von Lizt Alfonso aus Kuba verspricht, kommt vielen wie...
Bei -0,57°Celsius gefriert das Blut. So flüssig sind wir gar nicht, sagt Ira Demina. Mit dieser kaltblütigen These ist sie eine von vielen Hamburger Choreografinnen, die den Zustand des Denkens über den Körper formulieren. Wer in Hamburg überhaupt wie was tanzt, war immer schon ein Geheimnis, das Angela Guerreiro nun zum sechsten Mal auf der Präsentationsplattform...
Die kurze Lebensgeschichte der Maria Severa (1820 – 46) ist so traurig wie faszinierend. Die legendäre Begründerin des Fado schloss sich einer fahrenden Komödiantentruppe an und verliebte sich. Das Paar ging nach Lissabon, wo er als Matrose anheuerte und nie mehr zurückkehrte. Maria Severa betäubte ihren Schmerz bei Auftritten in Tavernen, bei denen sie sich ihre...
