Transitions

Franz Huyer: Görlitz’ Ballettchef ist tot

Tanz - Logo

Ende November ist der lang­jährige Görlitzer Ballettdirektor Franz Huyer an einer Herzkrankheit gestorben. Der 53-jährige gebürtige Österreicher arbeitete seit 1992 am Musiktheater der Neißestadt. Huyer war bekennender Anhänger des Erzählballetts, schuf aber auch zahlreiche sinfonische Werke, oft in eigenen, markanten Ausstattungen. In einer bemerkenswerten ersten deutsch-polnischen Koproduktion brachte er 1997 mit dem Theater Wroclaw (Breslau) eine stimmige «Romeo»-Fassung heraus.

In den meisten Erzähl-Arbeiten war Huyer dann stark, wenn er sich vom klassischen und neoklassischen Vokabular löste und nach Umsetzungen in einer eigenen, mitunter skurrilen, oft witzigen Sprache suchte. 1999 leistete Huyer auch tanzhistorisch Bedeutsames. Er sorgte dafür, dass erstmals in Ostdeutschland zwei Ballette des westdeutschen Altmeisters Erich Walter zu Bartóks «Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celestra» und Dvoráks «Cellokonzert h-moll» zu erleben waren. Trotz engagierter Angebote der kleinen Kompanie Görlitzballett gelang es aber nie, ein größeres Tanzpublikum in der sonst tanzlosen Region der sächsischen, brandenburgischen und niederschlesischen Lausitz zu erreichen. Das soll nun ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Januar 2006
Rubrik: Magazin, Seite 19
von Bernd Klempnow

Vergriffen
Weitere Beiträge
Tanzpreis für Anderson & Co.

Nachdem das Stuttgarter Ballett erst vor kurzem mit dem John-Cranko-Preis ausgezeichnet wurde, erhält (von links) nun Ballett­intendant Reid Anderson (© Ulrich Beuttenmüller) am 11. Februar im Aalto-Theater Essen den Deutschen Tanzpreis; schließlich gelingt ihm beides bravourös: die Pflege des Cranko-Repertoires – und die Förderung des Neuen. Die Träger des...

Auf, auf, zum Streik!

«Alle psychologischen Stigmata hinterlassen ihre Spuren in Körper und Seele und bestimmen das choreografische Schaffen.» So spricht  Marie-Claude Pietragalla, herabgestiegen aus den Höhen des Glamours. Herab ins flache Land, in die Gemeinden des ehemaligen Kohlereviers im Schatten der Grenze zu Bel­gien. Die Primaballerina des Volkes zeigt, dass sie noch lebt, will...

Marco Santi: «Spielregeln»

Die Schere aus «Marnie», auf rotem Samt gebettet. Das Messer aus «Psycho» unter Verschluss. An der Wand das Bild aus «Vertigo». Das Fernrohr, unvergessenes Utensil aus «Das Fenster zum Hof», am Treppenabsatz. Einen Abend lang funktioniert die Black Box des Osnabrücker emma-theaters fantastisch als Memorial Hall in Sachen Alfred Hitchcock, und Manuela Geisler hat...