Marco Santi: «Spielregeln»
Die Schere aus «Marnie», auf rotem Samt gebettet. Das Messer aus «Psycho» unter Verschluss. An der Wand das Bild aus «Vertigo». Das Fernrohr, unvergessenes Utensil aus «Das Fenster zum Hof», am Treppenabsatz. Einen Abend lang funktioniert die Black Box des Osnabrücker emma-theaters fantastisch als Memorial Hall in Sachen Alfred Hitchcock, und Manuela Geisler hat als Bühnen- und Kostümbildnerin an Versatzstücken all das zusammengetragen, was seiner Erinnerung dient. Und die Accessoires aus seinen Filmen haben es in sich.
Selbst wenn sich Marco Santi ihrer auch nicht bedient, schaffen sie doch den suspense, den er für seine «Spielregeln» braucht.
Schließlich soll der «Körper als Ort der Spannung» definiert werden, und da kommt der Zuschauer natürlich gerade recht. Einzeln eingelassen, sieht er sich in dem Schreckenskabinett des Altmeisters zuallererst mit seinem Kino konfrontiert. Aber hautnah erfährt er auch, was für Emotionen sich hinter der Leinwand verbergen. Nach gut einer halben Stunde treten die Projektionen aus ihrem Schattendasein heraus und gewinnen ein bedrohliches Eigenleben. Doch bevor es dazu kommt, bevor das Stück «nach Motiven von Alfred Hitchcock» so richtig zu ...
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