Henrietta Horn
Henrietta Horn choreografierte und tanzte im Herbst 1999 ein grandioses «Solo»: eine perfekte, anrührende, vor Spannung vibrierende Studie über die Einsamkeit. Seitdem schuf sie Ensemblestücke für das von ihr geleitete Folkwang-Tanzstudio.
Jetzt, mit «Solo II – Klappe I», steht sie wieder allein auf der Bühne, schleicht sich überschlank in grauer Hose und leichtem Pulli auf Socken in die Szene der Essener Hochschulaula und scheint, Hände in den Hosentaschen, immer mal wieder wegknickend aus einem lockeren Gang, in die Betrachtung einer Projektion vertieft – dem Publikum beim Einlass.
Das geht so, ohne musikalische Untermalung, an die zwanzig Minuten lang. Ihr mehrfach wiederholtes «Hallo» lockt einen Partner auf die Szene. Über Minuten hin entspinnt sich, mit laut und leise modulierten «Hallo»-Rufen, ein Spiel des Angezogenwerdens und ängstlichen Abgestoßenseins. Bis Horn ins Publikum entschwindet. Sie überlässt die Szene Jens Thomas.
Der große, ungeschlachte Mann wirkt, als fühle er sich auf der Bühne unwohl. Immer wieder wirft er kreischend, fast schmerzbereitend seinen stimmlichen Hochtöner an. Irgendwann findet er eine Gitarre, auf der er herumzupft, ehe er sich in die Position ...
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