Three Atmospheric Studies

Nach dem Drang zur Veränderung folgt nun der Sturm: William Forsythe choreografiert das Wetter als eine beruhigende Katastrophe. Über seine erste Uraufführung mit The Forsythe Company im Bockenheimer Depot in Frankfurt berichtet Gerald Siegmund

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William Forsythe ist immer für eine Überraschung gut. Wie kaum ein anderer Choreograf in seiner Position hat er es in den vergangenen zwan­zig Jahren verstanden, sich mit jeder Neuproduktion dem öffentlichen Erwartungsdruck ein Stück weit zu entziehen. Das Ballett Frankfurt unter For­sythes Leitung hat stets klug zwischen Publikumsinteresse und dem berechtigten Eigeninteresse der Künstler vermittelt, ihre Arbeit als Labor verstehen zu dürfen, in dem Tanz und Bewegung in ihrer Komplexität gedacht und ausgelotet werden können.

Forsythe hat das neoklassische Ballett zerlegt und neu zusammengesetzt – mit dem Ergebnis, dass jüngere Stücke wie «Decreation» oder «We Live Here» auf den ers­ten Blick nur noch wenig mit frühen neoklassischen Werken wie «Artifact» zu tun haben. Was in über zwanzig Jahren aber geblieben ist, ist eine unverkennbar Forsythesche Haltung des Fragens und eine Liebe zum Theater und allen Möglichkeiten, die diese Maschinerie zu bieten hat.
Was man von Forsythes neuem Stück «Three Atmospheric Studies» erwarten durfte, war also das Unerwartete. Zumal seine drei atmosphärischen ­Studien das erste Stück der neu gegründeten The For­sythe Company sind, die Forsythes Arbeit ...

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Tanz Juni 2005
Rubrik: Premiere, Seite 8
von Gerald Siegmund

Vergriffen
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