Philippe Talard
Warum? Warum? Wahrscheinlich kann Philippe Talard die Frage nicht mehr hören. Wie kommt ein Mann von Welt dazu, sich ausgerechnet auf Gefängnisprojekte einzulassen? Talard sagt nur ein einziges Wort: Genet. Jean Genet. Seine Texte haben es ihm angetan. Die Art, wie er schreibt. Die gemeinsamen biografischen Bezüge.
«Wir beide», erzählt er, während er die erste von unzähligen Zigaretten anzündet, «wir beide sind Adoptivkinder – allein das kann bereits über das weitere Schicksal entscheiden: Kommt man entweder in eine gute oder in eine schlechte Familie?»
Talard hat wohl Glück gehabt, er hat eine wunderbare, warmherzige Mutter gefunden – und beschäftigt sich seit seinem 17. Lebensjahr mit den Texten eines Autors, dem es in seinem Leben weniger gut erging, mit Menschen, die außerhalb der Gesellschaft existieren und sich ganz ihrer Poesie ergeben. «Sie sind ausgesperrt», sagt er, «haben kein Geld. Und da gibt es diese Freiheit in der Poesie. Auf einmal sehen sie Bäume, wo es keine Bäume gibt. Entdecken Blumen, wo keiner jemals welche finden würde. Auf sich gestellt, schaffen sie sich ihr eigenes Reich. Mancher überlebt diese Einsamkeit nicht. Manchen macht sie produktiv.»
Stundenl ...
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