Thomas Guggi: «Familienalbum»
Nicht jedes Projekt lässt sich am grünen Tisch planen, und manchmal macht einfach ein unterschiedliches Procedere das schönste Experiment am Ende zunichte. Einmal pro Saison praktizieren Vertreter der freien Szene und das BallettVorpommern innerhalb der so genannten TanZZeit eine Kooperation, von der alle Beteiligten nur profitieren können, wie das Vorjahres-Beispiel «Gleis Novi Sad» von TRAVA beweist: Beklatscht in Greifswald / Stralsund, war das Werk auch bei den Tanztagen Berlin ein durchschlagender Erfolg.
Vergleichbares war offenbar nach Meinung der Verantwortlichen von «Zoo» nicht zu erwarten, und deshalb setzten sie die Novität noch vor ihrer Premiere ab. Übrig blieben «Les Locataires», eine ältere Arbeit von Didier Théron, sowie ein szenisches Panoptikum, von Thomas Guggi nicht zufällig Familienalbum genannt: Denn wie eine bewegte Bilderfolge entwickelte sich seine Uraufführung Stück um Stück, eine «Gespenster»-Sonate nach dem gleichnamigen Drama Henrik Ibsens, bei der nicht nur die Zeit aus den Fugen gerät, sondern auch der menschliche Körper abzusterben droht – und damit die letzte Möglichkeit einer Kommunikation. Gruppiert um eine längliche Tafel, könnte das Ensemble ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
– wohin gehen wir?
– was meinst du?
– wohin gehen wir?
– sollte es nicht eher heißen, wohin wir gegangen sind? damit wir überhaupt erst einmal herausfinden, wer wir sind, bevor wir weitergehen.
– ja, da hast du recht und trotzdem ist das nicht meine frage. denn, wenn ich erst meinen standpunkt bestimmen muss, bleibe ich schon zu sehr stehen. ich möchte aber darüber...
Die Grabeskirche in Jerusalem. Wir orientieren uns mithilfe einer Karte aus dem Reiseführer «Heiliges Land». Die Karte zeigt alle Glaubensrichtungen, von koptisch über armenisch bis hin zu orthodox und lateinisch, mit unterschiedlichen Farben. Das Kirchengebäude ist bunt, es sind mehrere Kirchen in einem. Auf der Felskuppe Golgatha gebaut, wurde es Zeit seiner...
The name chosen for the work is taken from a section in Georg Büchner’s play “Woyzeck.” By choosing this particular literary quote, Be’er circumvents the main theme of the play: the story of an anti-hero, a victim of war and its warped morals. Yet, the textual source inevitably raises certain expectations, particularly since Rami Be’er has been known to touch on...
