the ghosts & soft cell
Constanza Macras ruft die Geister. Wie immer. Zuletzt waren es Roma, Afrikaner und die Vergangenheit. Selten ist ein Geist darunter, den unsere Zivilisation mit offenen Armen empfangen würde. Diesmal sind es chinesische Akrobatinnen. Keine, mit denen der Chinesische Staatszirkus trübe Sonntage aufhübscht, sondern solche, die nicht auf Tournee gehen dürfen. Die Abgelegten, die Aussortierten. Die Alten. Wie Huanhuan Zhang. Sie ist 15 Jahre alt.
Das Prekariat der Zirkuskunst
Keck steht sie auf der Bühne und sagt, sie habe erfahren, wie sehr Europäer das dokumentarische Theater lieben. Hinter ihr sind Projektionen eines Vergnügungsparks am Rande der Millionenstadt Guangzhou zu sehen, der, wie die Akrobatinnen auch, seine besten Zeiten schon hinter sich haben mag. Huanhuan Zhang lebt mitten im Rummel, unter Lychee- und Mangobäumen, zusammen mit ihrer etwas älteren Schwester Huimin, der sie im zarten Alter von sieben Jahren von Peking aus hierhin gefolgt ist. Die Kindheit verbrachten sie in dem kleinen Theater im Park bei ihrem Onkel, der sie auch trainierte. Mit ihm tourt die kleine Akrobatenfamilie heute noch durchs Land, tanzt auch vor Gefangenen, Leprakranken, Rentnern und verkauft ...
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Tanz April 2016
Rubrik: Produktionen, Seite 14
von Arnd Wesemann
Sein neuestes Stück nennt sich so, wie das, was Gilles Jobin umtreibt: «Força Forte» – starke Kraft. «Strong force oder die starke Wechselwirkung ist eine der vier Grundkräfte der Natur, es ist eine kontraintuitive Kraft», erklärt der Westschweizer Choreograf. «Ähnlich wie die Schwerkraft – je näher man der Masse kommt, desto größer ist die Anziehungskraft. Die...
St. Gallen hat mit seinen Tanzdirektoren wenig Glück. Philipp Egli, dem die Ostschweizer Stadt viele schöne Tanzstücke zu verdanken hatte, ging, weil ihm der Umbau der Lokremise zu lange dauerte. Sein Nachfolger Marco Santi ging, weil seine Kompanie nicht die Unabhängigkeit bekam, die er sich wünschte. Nun ist das Tanzensemble nach wie vor dem Musiktheater...
Wurzeln ranken sich entlang der grauen Zimmermauern, allerlei Geäst ragt in den kargen Bühnenraum. Halb Jagdschloss, halb Grab kündet dieses mit Kronleuchtern und Hirschgeweihen bestückte Gerippe schon im lustvollen Treiben des ersten Akts vom drohenden Absturz. Die Innsbrucker Inszenierung des einstmals skandalträchtigen Briefromans «Gefährliche Liebschaften» ist...
