Testraum
Was macht ein ausgebildeter Tänzer, wenn er auf die Bühne will? Klein anfangen wie die meisten? Groß rauskommen wie die wenigsten? Oder sollen wir Igor Stomajer fragen? Der Slowene wollte immer schon auf die «große Bühne». Auf Russisch heißt sie «Bolshoi». Also ist er ab nach Moskau, durchs Kellerfenster rein in die gleichnamige Kultstätte – Kamera an, Handy an, Verbindung herstellen – und tausend Menschen sahen live an ihren Computern den Auftritt von Igor Stomajer auf dem Gipfel der Ballettkunst.
2002, als das russische Internet noch schlappe sieben Kilobyte pro Sekunde durchs Netz pumpte, war Igors Auftritt eine Sensation. Subversion gepaart mit damaliger Hightech – da hat niemand über seine leicht «bärige» Tanzkunst gemeckert.
Heute bildet Stomajer weiter: bei PACT Zollverein in Essen-Kaltenberg. Die Kernfrage dort heißt: Wie kommt man auf solche Ideen? Die zweite Frage: Wie erkläre ich meine Tat zur Kunst? Hier springt die Gattin von Igor Stomajer, Bojana Kunst, ein. Den Blitzauftritt zur Beförderung der Blitzkarriere von Igor Stomajer erklärt sie mit dem Wort «disconnect-ed intimacy». Tanz ist Nähe-Freiheit-Schönheit. Aber unsere Kommunikation, E-Mail-Fernsehen-Handy, hindert ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Joint Adventures in München riefen auf, in nur 60 Sekunden, im Format des Werbeclips, ein «Choreographic Capture» zu filmen. Derzeit zeigen viele Kinos die Gewinner in ihrem Reklameblock. Man sieht den 1. Preis: Anna Dubrovkas «Rush». Ein paar Männer toben im Büro, wie von Lloyd Newson mit seiner DV8 in den 1980ern gefilmt. 2. Preis: Philippe Saire zeigt einen...
Jochen Roller wollte im Alter von 16 unbedingt Ballett-Tänzer werden. Warum Ballett und nicht Karate? Der halbstarke Durchschnitt bewunderte Actionfilme mit Jean-Claude Van Damme. Und nicht die Tänzer am Stadttheater. Dass Jochen Roller, heute Vortragskünstler, gute Fragen stellt, ist bekannt. Seine Antwort in janclod! lautet erstens: Karatekämpfer stellen, anders...
«Wie kann man neu anfangen ohne Geld?» Die Frage brummt und summt im kleinen Berliner Orphtheater. Die Hütte im Hinterhof erinnert an eine Mischung aus Stephen Hawkins’ Denkerstube, Bill Gates’ erster Computergarage und Harald Schmidts Sketch-Factory. Orph-Betreiber Matthias Horn gibt den Ostberliner Harald Schmidt, lässig und sprunghaft. Er trägt Melone und...
