Foto: Dieter Wuschanski
Tel Aviv: Ohad Naharin «Venezuela»
Für viele mag die Europa-Premiere von «Venezuela» am Festspielhaus Hellerau berauschend gewesen sein. Denn der Choreograf Ohad Naharin spielt in dieser neuen Arbeit – der letzten, die er als Leiter der Batsheva Dance Company verantwortet (tanz 10/17) – mit der hochenergetischen Kraft zahlreicher Bewegungskaskaden. Die Körper seiner 17 Tänzer und Tänzerinnen entladen sich in atemberaubenden Soli, elektrisieren in erotischen Duetten und scheinen mit großzügigen Gruppenbewegungen den Bühnenraum zu sprengen. Dennoch lässt der Abend ein Grauen erahnen.
Es durchzieht in leichten Haarrissen die poetisch-erotischen und archaisch-schönen Szenen und verleiht ihnen eine politische Dimension.
Genau betrachtet, führt die Aufführung ein Doppelleben und dupliziert ihre kompositorische Struktur: Gleich zweimal sehen wir eine nahezu identische choreografische Abfolge, aber jeweils von anderen Tänzern performt. Dazwischen liegt ein harscher Schnitt, der die ohrenbetäubende, zu einem Cluster aus Tänzerkörpern geballte Szenerie abrupt durchbricht: Stille, Blackout im gesamten Theater. Dann beginnt die Choreografie wieder von vorne. Während der Tanz zuvor durchgehend mit pastoral anmutenden ...
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Tanz November 2017
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 46
von Sabine Huschka
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Virtual reality: Gilles Jobin
VR_I steht für Virtual Reality Immersive und ist das jüngste Kind des umtriebigen Gilles Jobin, ein Pionier in Sachen 3D. Nach seinem Film «Womb» (tanz 3/17), der sich noch mit einfacher 3D-Brille genießen ließ, tauchen nun fünf Zuschauer gleichzeitig in virtuelle Welten ein und können darin miteinander tanzen, bewehrt mit VR-Brille...
