Die Tür
Dass Theatertüren nach außen aufgehen, ist nicht selbstverständlich. Für manche ist das gewöhnungsbedürftig, gerade für solche, die selten in die Kirche oder in die Kneipe gehen. Denn dort ist es auch so: Die Tür geht nach außen auf. Wenn die vom Alkohol oder vom Weihrauch Berauschten ins Freie stürzen, sollen sie nicht durch einen komplexen Vorgang behindert werden, wie ihn das gewohnte Öffnen einer Tür nach innen darstellt.
Der Abgang soll ohne verzögerndes Zurücktreten, Ausweichen und Verwirbeln möglichst widerstandslos vom Gewicht der hindurchgedrückten Leiber bewerkstelligt werden, was bei plötzlicher Übelkeit oder einem mit grober Gewalt praktizierten Rausschmiss manchmal sogar notwendig ist. Dasselbe gilt fürs Theater, meist kurz nach Ende der Vorstellung. Auch die Empörung bei vorzeitigem Aufbruch entlädt sich natürlich besser, wenn die Tür zugeknallt statt durch braves Klinkendrücken zugezogen wird. Anders beim Betreten des Theaters, denn da wollen sich die Körper noch in einen gesellschaftlichen Zusammenhang einbinden und einander auf ihr soziales Funktionieren prüfen. Hier bietet die widerständige Öffnungsrichtung der Tür mit der Möglichkeit zum höflichen Aufhalten und ...
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Tanz November 2017
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Veit Sprenger
Ausstellung
Eric und Jula Isenburger
Die Wenigsten werden von Anna Jula Elenbogen jemals gehört haben. Auch unter ihrem Künstlernamen Jula Géris ist die Ausdruckstänzerin heutzutage kaum ein Begriff. Allenfalls erinnert man sich der Polin als Muse ihres Mannes Eric Isenburger. Schon während ihrer Ausbildung an der Schule Hellerau-Laxenburg und bei Gertrud Kraus...
Es hilft nichts. Kein Rappeln, Rütteln, Reißen. Kein «Sesam, öffne dich!». Das Garagen-Rolltor klemmt. Passanten gucken schon komisch. Der Zutritt zur Homebase der Ben J. Riepe Kompanie bleibt mir verwehrt. Da muss schon der Meister selbst, per Handy aktiviert, herbeieilen. Riepe grinst in seinen blond-roten Vollbart: «Es geht allen so, aber wir können das Tor...
Da fehlt eine schlüssige «Choreografie». Das schreibt der Kurator, Projektentwickler und Spezialist für den öffentlichen Raum, Markus Ambach. Und zwar mit Blick aufs Bahnhofsviertel von Düsseldorf. Was da um den zwanziggleisigen Hauptbahnhof herumsteht und architektonisch wuchert, hat nie jemand ein «Viertel» genannt. Es ist einfach «die Bahnhofsgegend». Das klingt...
