Die Tür
Dass Theatertüren nach außen aufgehen, ist nicht selbstverständlich. Für manche ist das gewöhnungsbedürftig, gerade für solche, die selten in die Kirche oder in die Kneipe gehen. Denn dort ist es auch so: Die Tür geht nach außen auf. Wenn die vom Alkohol oder vom Weihrauch Berauschten ins Freie stürzen, sollen sie nicht durch einen komplexen Vorgang behindert werden, wie ihn das gewohnte Öffnen einer Tür nach innen darstellt.
Der Abgang soll ohne verzögerndes Zurücktreten, Ausweichen und Verwirbeln möglichst widerstandslos vom Gewicht der hindurchgedrückten Leiber bewerkstelligt werden, was bei plötzlicher Übelkeit oder einem mit grober Gewalt praktizierten Rausschmiss manchmal sogar notwendig ist. Dasselbe gilt fürs Theater, meist kurz nach Ende der Vorstellung. Auch die Empörung bei vorzeitigem Aufbruch entlädt sich natürlich besser, wenn die Tür zugeknallt statt durch braves Klinkendrücken zugezogen wird. Anders beim Betreten des Theaters, denn da wollen sich die Körper noch in einen gesellschaftlichen Zusammenhang einbinden und einander auf ihr soziales Funktionieren prüfen. Hier bietet die widerständige Öffnungsrichtung der Tür mit der Möglichkeit zum höflichen Aufhalten und ...
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Tanz November 2017
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Veit Sprenger
Auditions
Choreografin Alexandra Bachzetsis sucht professionelle TänzerInnen im Alter von 20 bis 60 Jahren für ihr Performance-Projekt 2018 – 2020
Audition: 13., 14. November, Gessnerallee Zürich
Bewerbungen: claudia.toggweiler@alexandrabachzetsis.com
NDT 2 Auditions
organised by Nederlands Dans Theater For dancers between the ages of 17 and 21 with complete...
Ausstellung
Eric und Jula Isenburger
Die Wenigsten werden von Anna Jula Elenbogen jemals gehört haben. Auch unter ihrem Künstlernamen Jula Géris ist die Ausdruckstänzerin heutzutage kaum ein Begriff. Allenfalls erinnert man sich der Polin als Muse ihres Mannes Eric Isenburger. Schon während ihrer Ausbildung an der Schule Hellerau-Laxenburg und bei Gertrud Kraus...
Die Volksbühne Berlin werde unter der neuen künstlerischen Leitung von Chris Dercon und Marietta Piekenbrock mehr Tanz in ihre DNA aufnehmen. So versprach’s der Choreograf Boris Charmatz und beglaubigte das selbst mit seiner mehrteiligen Eröffnung auf der temporären Außenspielstätte Tempelhof. Dreimal Tanz noch vor der ersten Sprechtheaterpremiere: ein starkes...
