Die Tür

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Dass Theatertüren nach außen aufgehen, ist nicht selbstverständlich. Für manche ist das gewöhnungsbedürftig, gerade für solche, die selten in die Kirche oder in die Kneipe gehen. Denn dort ist es auch so: Die Tür geht nach außen auf. Wenn die vom Alkohol oder vom Weihrauch Berauschten ins Freie stürzen, sollen sie nicht durch einen komplexen Vorgang behindert werden, wie ihn das gewohnte Öffnen einer Tür nach innen darstellt.

Der Abgang soll ohne verzögerndes Zurücktreten, Ausweichen und Verwirbeln möglichst widerstandslos vom Gewicht der hindurchgedrückten Leiber bewerkstelligt werden, was bei plötzlicher Übelkeit oder einem mit grober Gewalt praktizierten Rausschmiss manchmal sogar notwendig ist. Dasselbe gilt fürs Theater, meist kurz nach Ende der Vorstellung. Auch die Empörung bei vorzeitigem Aufbruch entlädt sich natürlich besser, wenn die Tür zugeknallt statt durch braves Klinkendrücken zugezogen wird. Anders beim Betreten des Theaters, denn da wollen sich die Körper noch in einen gesellschaftlichen Zusammenhang einbinden und einander auf ihr soziales Funktionieren prüfen. Hier bietet die widerständige Öffnungsrichtung der Tür mit der Möglichkeit zum höflichen Aufhalten und ...

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Tanz November 2017
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Veit Sprenger

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