Tarek Halaby
Selten sah man einen Künstler so intelligent, so erschreckend, so komisch und noch dazu so liebenswert scheitern. Nicht etwa, dass Tarek Halaby einen Mitleidsbonus hätte. Bei ihm ist Resignation ein künstlerisches Konzept und Stilmittel. Kein Wunder, ist sein Thema doch der israelisch-palästinensische Konflikt. Eine ganze Performance handelt davon, dass es ihm nicht gelungen ist, sein Stück hinzukriegen. Die Kunst, so das unausgesprochene kulturpolitische Fazit, hat wieder einmal versagt.
Der Sohn einer Amerikanerin und eines nach Jordanien geflüchteten Palästinensers, geboren 1981 in Saudi-Arabien, hinterfragt die Kunst wie die Politik. Das eine hat ihn Anne Teresa de Keersmaeker bei P.A.R.T.S. in Brüssel gelehrt, das andere das Leben. Nie hat sein Vater mit ihm über den Nahost-Konflikt gesprochen. Also fuhr Tarek Halaby selbst in die Lager, um etwas über sein Volk zu erfahren. Was er erlebt hat, ging ihm so nahe, dass er sich auf der Bühne mit einem Schutzschild aus Humor umgibt. Der junge Tänzer macht den Komiker, den netten Jungen von nebenan. Er hat die Begabung, das Publikum zu fesseln, zu manipulieren, bis er es so weit hat, dass er ihm mit knallharter Politik den Atem rauben ...
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Will ich in Tokio Unterricht nehmen in japanischem Bogenschießen, kann ich nicht einfach in ein Studio gehen und loslegen. Ich benötige einen japanischen Bürgen, der für mich spricht, ein gutes Wort einlegt. Nur so erhalte ich die Einladung zu einer Probestunde, die darin besteht, dass ich – im Beisein des Bürgen – den Übenden zuschauen darf.
Zweieinhalb Stunden...
Mustafa Kaplan war Ingenieur, Filiz Sizanli Architektin in Istanbul. Ich erwähne das, obwohl ich hoffe, dass sie von nun an nicht immer so vorgestellt werden. Man sieht es natürlich. Nicht plakativ wie die Faust aufs Auge oder als Running Gag. Es engt auch ihren Blick nicht stilistisch oder thematisch ein. Ich bin versucht zu sagen: Das unterscheidet sie positiv...
Monica Antezana beweist: Bevor sie den Goldfisch im Glas zum Tanzen bringt, gelingt es ihr, das Kiementier in sich zu erwecken. Wie sie den Bühnenboden in flinken Wellenbewegungen überquert, als ließe sie sich vom nassen Element tragen, durchmisst sie in ihrer Lecture Demonstration «We Don’t Know Where We Come From, But Come We Did!» auch in raschen Sprüngen die...
