tanzmedizin heute

Verdiente Anerkennung für die drei Doyennes dieser Disziplin: Eileen M. Wanke, Liane Simmel und Elisabeth Exner-Grave werden beim «Deutschen Tanzpreis» bedacht

Tanz - Logo

Es war Zufall, dass der Sportwissenschaftler Hans Rieckert in einem Flugzeug einmal neben John Cranko zu sitzen kam. Die beiden führten ein Gespräch über Belastungen des Herzkreislaufsystems im Bühnentanz. Die Unterhaltung muss den damaligen Lehrstuhlinhaber an der Universität Kiel beeindruckt haben – Glück für die Studentin Eileen M. Wanke. Als sie sich im Wintersemester 1989/90 wegen einer tanzmedizinischen Doktorarbeit bei Rieckert vorstellte, bot er ihr dieses Thema an.

Etwas später machte die junge Frau ihre erste Facharztausbildung, und der Chef ermöglichte ihr, in einem «center of dance medicine» tanzende Patienten zu untersuchen. So schob sie ein Forschungsprojekt an, knüpfte erste Kontakte ins Ausland. Eileen M. Wanke war also prädestiniert dafür, Gründungsmitglied einer Organisation zu werden, die die Tanzwelt gesünder machen sollte.
 
Wie Liane Simmel. Sie hatte in München und bei Merce Cunningham in New York Tanz studiert. Während eines späteren Theater-Engagements hatte die Tänzerin und Choreografin ein Studium der Humanmedizin begonnen. Nach ihrem Staatsexamen schaute sie sich die internationale Szene der Tanzmedizin an. In New York durfte sie William Hamilton, medical ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz März 2016
Rubrik: Praxis, Seite 68
von Bettina Trouwborst

Weitere Beiträge
adam linder: «Parade»

Es ist überaus anregend, sich mit Adam Linder über Tanz zu unterhalten (siehe tanz 10/13). Der Australier ist ein kluger Kopf. Demnächst wird er auch an einer Universität in Los Angeles unterrichten. Über kulturelle Formen, ihren Kontext und ihre Konditionen zu reflektieren, sei ein ganz wesentlicher Aspekt seiner künstlerischen Arbeit, betont er. Und beschreibt...

münster: hans henning paar «homo sacer/sacre»

Igor Strawinsky wäre sicher pikiert: Das Sinfonieorchester Münster donnert seine Komposition «Le Sacre du printemps» nur so aus dem Graben – und auf der Bühne benimmt sich die elegante Partygesellschaft völlig daneben. Nur die bloßen Füße erinnern noch an das archaische Urstück. Zu den zeitgenössischen Versionen des Jahrhundertwerks steuert der Münsteraner Tanzchef...

sternstunden

Adolphe Binder und Aurélie Dupont, designierte Leiterinnen des Wuppertaler Tanztheaters resp. des Pariser Opernballetts (Seite 32 und 24), sind die Ausnahme. Aufs Ganze gesehen, gehört den Frauen bekanntlich weder die Hälfte des Kunsthimmels noch die Hälfte des irdischen Beritts. Quotierungskampagnen haben daran bislang so wenig geändert wie die Entdeckung,...