Tanzkongress
Bernd Neumann, Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien, grüßte live vom Podium. Auf der Bühne umarmten sich Sasha Waltz, als Vertreterin des zeitgenössischen Tanzes in Berlin, und Vladimir Malakhov, Berliner Statthalter der klassischen Tradition. Fast zeitgleich berichtete die ARD darüber in den Nachrichten: Der Tanzkongress 2006 startete mit ungeheurer Schubkraft.
Genau das hatte man sich gewünscht. Man wollte anknüpfen an die legendären Tänzerkongresse des 20.
Jahrhunderts zwischen 1927 und 1930, in denen sich spiegelte, wie populär damals die junge Kunstform des modernen Tanzes war, wie wichtig sie sich nahm und genommen wurde. Damals wurden auch Flügelkämpfe ausgefochten, was die Ästhetik des Tanzes betraf, Mary Wigman gegen Rudolf von Laban und Kurt Jooss, aber fotografieren ließ man sich gemeinsam. Fotografien und programmatische Schriften sind denn auch alles, was geblieben ist von den großen Tänzerkongressen der Weimarer Republik, und der Nimbus, dass hier – trotz aller Gegensätze – die Szene Komplizenschaft gezeigt und für öffentliche Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit gesorgt hat.
So etwas, dachte man sich, wäre auch im neuen Jahrtausend schön und nützlich für ...
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